15. Die Jugend von heute*

  Die (Am)Jugend von (E7)heute
  Ist 'ne (Am)sittenlose* (E7)Meute
  Die (Am)Jugend von (E7)heute
  Das sind (C)ganz andre (F)Leute - als (E7)wir!

(Dm)Wir, wir trinken Bier,
Oder (Am)Whisky oder Wein
Doch die (Dm)Jugend, die kippt alles
Auf(Am)einmal in sich rein
Die (Dm)Jugend ist versoffen
Ist ver(Am)fressen, ist verroht
Man (F)fühlt sich als Erwachsener (E7)überall bedroht
Überall be(Am)droht

Denn (Dm)wir, wir schaffen Werte
Halten (Am)Ordnung und Moral
Doch die (Dm)Jugend, die zerstört
Und (Am)schämt sich nicht einmal
Die (Dm)Jugend ist verdorben
Ist ver(Am)hätschelt, ist versaut
Was (F)die sich traut, das hätten wir uns (E)nie getraut
Wir uns nie ge(Am)traut

Denn (Dm)wir, wir sind gebildet
Ja, wir (Am)lasen manches Buch
Doch die (Dm)Jugend, die ist faul
Auf der (Am)Jugend ruht ein Fluch
Die (Dm)Jugend ist verblödet
Ist ver(Am)blendet, ist verrückt
Man (F)fühlt sich als Erwachsener (E7)unheimlich bedrückt
Unheimlich be(Am)drückt

Denn (Dm)wir, wir sind voll Ehrfurcht
Und wir (Am)haben Schamgefühl
Doch die (Dm)Jugend, schau sie an
Macht (Am)sich daraus nicht viel
Die (Dm)Jugend ist verwahrlost
Ist ver(Am)weichlicht, ist verwöhnt
In (F)ihrer Gegenwart fühlt man sich (E7)immer mehr verhöhnt
Immer mehr ver(Am)höhnt

Sie (Dm)färben sich grün und blau das (Am)Haar
Lassen (Dm)Schultern und Schenkel täto(Am)wieren
Den (Dm)Nabel beringen sie sich so(Am)gar
Sie (Dm) müssen jede neue Mode auspro(Am)bieren
Die (Dm)Jugend ist so gnadenlos
So (Am)ziellos und so hemmungslos
Was (F) ist mit dieser Jugend nur(E7)los
Mit dieser Jugend nur (Am)los

Ja (Dm)wir, wir leben sparsam
Wir sind (Am)anständig und fromm
Doch die (Dm)Jugend, schau sie an
Die hält (Am)gar nichts mehr davon
Die (Dm)Jugend konsumiert
Und mastur(Am)biert ganz ungeniert
In (F)ihrer Gegenwart fühlt man sich (E7)Immer mehr pikiert
Immer mehr pi(Am)kiert

Ja (Dm)wir, wir sind die Alten
Werden (Am)älter jedes Jahr
Wir (Dm)haben Runzelfalten
Und (Am)grau wird unser Haar
Die (Dm)Jugend ist verschwenderisch
Re(Am)bellisch und verführerisch
All (F)meine Tugend gäbe ich
Wär' (E7)ich nochmal so jugendlich
Nochmal so jugend(Am)lich

Noch (Dm)einmal so verdorben
So ta(Am)bulos möcht ich sein
So (Dm)hemmungslos versaut
So (Am)schamlos wie ein Schwein
So (Dm)liederlich, verschwenderisch
Re(Am)bellisch und verführerisch
Ja, (F)all das wäre wichtig für  (E7)mich
Wär' ich nochmal jugend(Am)lich!
(E7)Juhuhuhugend(Am)lich! (E7 - Am)


 16. Frau Meyer ihre Katze*

(A)Hamse schon ge(F#7)hört? (Hm)Wussten sie es (E7)schon?
(A)Isses wirklich (F#7)wahr, was man sich (H7)überall er(E7)zählt?
Erst wollt ich's gar nicht glauben, doch
(A)jeder spricht da(F#7)von
Drum
(Hm)bin ich über(A)zeugt, dass es sich (E7)wirklich so ver(A)hält

Frau Mayer ihre Katze, Sie wissen schon, die schwarze
Es tut mir ja so leid, es hat mich tief bewegt
Der Mayern ihre Katze, Sie wissen schon, die schwarze
Ich kann es noch nicht fassen, ich bin so sehr erregt

Nein sagen Sie es nicht! Wie isses denn passiert?
Frau Mayer ihre Katze, na klar kenn ich die schwarze
Musst es grade die sein? Ich bin total schockiert
Der Mayern ihre Katze, na klar kenn ich die schwarze

Ach, sagen Sie's nicht weiter! Sonst gibt es nur Gerede
Und manchmal stimmt es nicht, was man sich überall erzählt
Sie wissen ja, die Leute, die reden über jeden
Doch bin ich überzeugt, dass es sich wirklich so verhält

Ich weiß es von der Schulzen, die hat es mir gesagt
Sonst würde ich's nicht glauben und behielte es für mich
Ach, isses wirklich wahr? Sogar die Schulzen hat's gesagt
Dann muss es also stimmen, denn die Frau ist ordentlich

Dann ist es also wahr. Dann stimmt es also doch
Die Sache muss so sein, wie man sie überall erzählt
Ich wollt es erst nicht glauben. Ich hatte Zweifel noch
Nun bin ich überzeugt, dass es sich wirklich so verhält



 17. Der Sloterdijk ist schlau*

Ich habe (Hm)Platon und
Aris(F#7)toteles ge(Hm)lesen (F#7)
Und bin so(Hm)gar mal
in A(F#7)then ge(Hm)wesen (F#7)
(G)Schopenhauer, (A7)Nietzsche
Sogar (D)Kant hab ich stu(Hm)diert
Und ich (G)dacht' ich hätte (A7)insgesamt
Ein (D)bissel schon ka(Hm)piert
Was (G)diese große (A7)weite Welt
Im (D)Innersten zu(Hm)sammenhält
Und wa(G)rum's den meisten (A7)Leuten
Wo noch (Hm)mehr sind, so gefällt
(G - A7 - D - Hm - G - F#7 - Hm)

Doch (Hm)eines schönen (F#7)Abends
Bei einem (Hm)Gläslein Limon(F#7)ade
Bekam ich (Hm)"Sehnsucht
Nach dem (F#7)Seinsmodus
Der nar(Hm)zisstischen Mo(F#7)nade"
Drum (G)las ich Sloter(A7)dijk
Und er(D)kannte da(Hm)bei
(G)Meine viel zu (A7)großen
(D)Bildungs(Hm)lücken
Über die (G)"fundamen(A7)tale
(D)Unangemessen(Hm)heit
Des (G)Redens
In Ob(A7)jektbe(Hm)ziehungsausdrücken"
(G - A7 - D - Hm - G - F#7 - Hm)

Ja, der (Hm)Sloterdijk ist (F#7)schlau
Vor allem (Hm)weiß er ganz ge(F#7)nau
Was ein (G)"vage kontu(A7)rierter
Um(D)greifungs(Hm)raum
Mit (G)steigender (A7)Enge-(Hm)Tendenz" ist
(G - A7 - D - Hm - G - F#7 - Hm)

Ja, der (Hm)Sloterdijk ist (F#7)schlau
Das (Hm)weiß auch seine (F#7)Frau
Drum (Hm)sagt sie: liebster (F#7)Peter
Er(Hm)klär mir bitte (F#7)später
(G)Noch etwas kon(A7)kreter
Wie (D)hast du das ge(Hm)meint
Mit "der ge(G)radezu gro(A7)tesken
Ver(D)kennung (Hm)
Der fö(G)talen und (A7)frühkindlichen
(D)Wirklichkeits(Hm)modi
In der (G)älteren (A7)psychoana(Hm)lytischen
Orthodoxie"?
(G - A7 - D - Hm - G - F#7 - Hm)

Ja, der (Hm)Sloterdijk ist (F#7)schlau
Das (Hm)weiß auch seine (F#7)Frau
Drum (Hm)sagt sie: großer (F#7)Philosoph
(Hm)Was du sagst, das (F#7)ist nicht doof
Es (G)wär mein größtes (A)Glück
Erklärst (D)du mir beim (Hm)Frühstück
Wie (G)hast du das ge(A7)meint
In den (D)Sphären, Band Eins: (Hm)Blasen
Denn mit (G)Sphären und mit (A7)Blasen
Möchte' ich (Hm)selber mich befassen
(G - A7 - D - Hm - G - F#7 - Hm)


 18. Meine ganzheitliche Friseuse*

Meine
(H)ganzheitliche Friseuse
Schneidet mir nicht nur das
(F#7)Haar
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahle ich immer in
(H)bar

Meine ganzheitliche Friseuse
Macht Yoga mit meiner Frisur
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahle ich bar immer nur

Meine ganzheitliche Friseuse
Macht Reiki an meinem Ohr
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahle ich meistens davor

Meine ganzheitliche Friseuse
Macht Prana und Meditation
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahle ich im Voraus schon

Meine ganzheitliche Friseuse
Macht Feng Shui an meinem Hals
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahle ich gern jedenfalls

Meine ganzheitliche Friseuse
Macht mir einen Taiji-Haarschnitt
Meine ganzheitliche Friseuse
Bezahl ich und dann sind wir quit

Und zum Schluss
Gibt meine ganzheitliche Friseuse
Mir einen Kuss
Und macht Tantra an meinem Kinn
Meine ganzheitliche Friseuse
Dafür leg ich extra was hin


 19. Das Lied von den Fingernägeln

(D)Krankenschwester (Hm)Helga aus der (Em)Chirur(A7)gie
(D)Sagt, sie schneidet (Hm)sich die (Em)Fingernägel (A7)nie
Sie (D)feilt sie lieber (D7)stundenlang
Dann (G)sind sie rund und (Hdim)schön
Und (Gm)hinterher lack(A7)iert sie (D)sie (Hm)
Und (Gm)hinterher lack(A7)iert sie (D)sie (Hm - Em - A7)

Auch Pförtner Ingolf-Arnim aus der Urologie
Sagt, er schneidet sich die Fingernägel nie
Er knabbert hin und wieder dran
Bis kaum was übrig ist
Und wenn was bleibt, vergräbt er sie

Auch Putzfrau Anneliese aus der Dermatologie
Sagt, sie schneidet sich die Fingernägel nie
Sie lässt sie wachsen und gedeihen
Sie findet so was wunderschön
Und wem's nicht passt, den kratzt sie

Auch Oberchefarzt Lothar aus der Psychiatrie
Sagt, er schneidet sich die Fingernägel nie
Bevor er unterm Nagel
Das Schwarze rausgepult
Und hinterher analysiert er sie

Auch Assistenzarzt Rudolf aus der Pathologie
Sagt, er schneidet sich die Fingernägel nie
Denn dann wüchsen sie erst recht
Selbst bei den Leichen, die er stecht
Und ganz am Schluss lackiert er sie


 20. Mein Händy ist ein Wunderwerk*

Mein (H)Handy ist ein Wunderwerk
Von (F#7)technisch neustem Stand
Für mein Handy lege ich
Ins (H)Feuer meine Hand

Mein Handy ist so handlich
Es passt in die Westentasche
Aus echtem Leder das Etui
Und auch die Zumachlasche

Mein Handy, das kann Fotos machen
Und kurze Filme drehen
Ins Internet geh ich damit
Das geht im Handumdrehn

Mein Handy kann auch Lieder spielen
Von Abba bis Frank Zappa
Ich erkenne schon am Klingelton
Ist's Mama oder Papa

Meine Handy, das kann piepsen
Vogelstimmen imitieren
Und stufenlos verstellbar
In der Hose vibrieren

Mein Handy nehm ich mit ins Bett
Ich küss' es in der Nacht
Ich streichle es, ich drücke es
Solang mir's Freude macht

Mein Handy ist vor unbefugtem
Zugriff gut geschützt
So dass es jemandem, der's findet
Überhaupt nichts nützt

Mein Handy hat 'nen Pincode
Den weiß ich selbst nicht mehr
Seit ich es ausgeschaltet
Trotzdem liebe ich es sehr

Mein Handy ist mein Einundalles
Ich geb's nie aus der Hand
Mein Handy ist ein Wunderwerk
Von technisch neustem Stand


 21. Von mir gibt's einen Klon*

  Für
(A)euch ist es Fiktion
  Für
(A°)euch ist's Utopie
  Von
(H°)mir gibt's einen Klon
  Und auch
(A)der rasiert sich nie
  Drum sieht er auch so aus wie ich
  Und
(A°)niemand merkt, dass ich's nicht bin
  Was
(H°)ich nicht will, macht er für mich
  Wo
(A)ich nicht sein mag, fährt er hin

Drum könnt ihr niemals sicher sein
Ob ich es bin, der zu euch spricht
Der Lieder singt von sich allein
Der blickt in euer Angesicht
Mein Klon kann alles, was ich kann
Ich sag ihm, was er machen soll
Vor allem stellt er alles an
Wovon ich längst die Nase voll

Doch unlängst habe ich davon gehört
Mein Klon hat von sich selbst nen Klon kopiert
Den der Bart von seinem Vorbild stört
Und heimlich hat er meinen Klon rasiert
Nun sieht er nicht mehr aus wie ich
Und jeder sieht, dass ich's nicht bin
Was soll ich tun? Rasier ich mich?
Und lauf daher mit nacktem Kinn?

Für euch ist es Fiktion
Für mich ist es real
Von mir gibt's einen Klon
Und den Klon gibt es noch mal
Ich komm nicht dazu, mich auszuruhn
Ich habe jetzt zwei Klone am Hals
Nun muss ich alles selbst wieder tun
Oder rasieren mich andernfalls




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Alle hier publizierten Texte entstammen der CD "Der mit der Ukulele - Versammelte Werke 2006".