Vorwort
Falls Sie, werter Leser, und ich spreche hier ganz gezielt Sie als Mann an, bisher vielleicht mit dem Anglizismus Stalking nicht viel anfangen können, dann kann ich Sie zu ihrem bisherigen Glück ein fach nur beglückwünschen. Falls Sie als Mann dazu über etwas verfügen, was eine Stalkerin begehren könnte (beispielsweise Zeit, Geist oder gar Geld), dann empfehle ich Ihnen, diesen etwas längeren Beitrag zum Thema bis zum Ende zu lesen. Falls hingegen Sie, werte Leserin, noch keine Erfahrung mit einem Stalker hatten, so haben auch Sie schon mehr als was sich mit Glück umschreiben ließe. Denn laut einer Statistik, die ich in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung gefunden habe, sind zu 85,5 % Frauen davon betroffen, von Männern belästigt zu werden, während demnach umgekehrt nur 14,5 % der Männer davon betroffen sein sollen, von Frauen belästigt zu werden.
Wie allgemein bekannt ist, sollte man nur Statistiken trauen, die man selbst gefälscht hat - im Falle von Stalking-Statistiken addiere ich zum meinem ganz persönlichen Misstrauensvorschuss noch die Vermutung, dass statistische Erhebungen zum Thema Stalking zu 85,5 Prozent von Frauen erstellt worden sein könnten. Dass aber dabei nur ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit herauskommen kann, dürfte einleuchten. Auf der Webseite der Polizei fand ich unlängst (anno 2019) sogar den Rat, sich im Zweifel an ein "Frauenhaus" zu wenden - mit anderen Worten: Männer sollen ins Frauenhaus gehen, wenn sie von Frauen belästigt werden? Danke, liebe Polizei, für diesen grotesken Tipp!
Was spricht eigentlich dagegen, von einer 50/50-Konstellation auszugehen? Die Begierden sind frei, wer kann sie erraten? Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es genauso viele Östrogen- wie Testosteronmonster. Letztere mögen zur Durchsetzung ihrer Ziele von Natur aus eher zu körperlicher Gewaltanwendung neigen, aber erstere können einem Mann mit ihren Begierden mindestens genauso auf die Nerven gehen wie umgekehrt. Und aus diesem Grund muss über das leidige Thema Stalking auch einmal aus der Sicht eines Mannes erzählt werden. Ich tue es aus der Sicht einen Mannes, der als Ukulele-Lehrer berufsbedingt auch oft von und mit alleinerziehenden Müttern zu tun bekommt, die sich nicht nur für die Bildung ihrer Kinder interessieren, sondern um ihre eigene Versorgung.
Die Kommunikationsmöglichkeiten des digitalen Zeitalters bieten Stalkern wie Stalkerinnen die Mittel zum Perfektionieren ihrer unermüdllichen Aufdringlichkeit. Die Schilderung der folgenden Beispiele ist nur eine Kostprobe, ein kleiner Ausschnitt der Realität. Damit genug der Vorrede.
Mutter werden ist nicht schwer
Mutter sein dagegen sehr
Ja, sie haben es nicht leicht, die Muttis - die jungen wie die älteren. Ich habe allen Respekt für Eltern, die an dieser Herausforderung des Lebens nicht scheitern. Wenn die vom Vati verlassene Mutti damit und mit allen Lasten der Mutterschaft alleingelassen ist, kann die beste Mutterliebe an die Grenze der Belastbarkeit kommen. Und weil das so ist und noch schlimmer sein könnte, erreichen mich manchmal auch Zuschriften wie die jener alleinerziehenden Mutter von drei Kindern:
Na, prima... Es gibt bei ihr also ein Kind, vielleicht sogar ihr eigenes, das "drängelt", man solle es unterrichten... Gleich im ersten Anschreiben werde ich als "genau passend für unsere Familie" befunden: "Ich singe gern mit meinen Kindern und wir sind viel in der Natur unterwegs. So stelle ich mir vor, daß Sie als Ukulelen-Lehrer prima zu uns passen würden." Doch es kommt noch besser. Nachdem die Mutter des drängelnden Kindes die Angebote meiner Webpräsentation irgendwie auch preislich sondiert haben dürfte, erklärt sie mir: "Sie möchten für gute Arbeit auch gutes Geld, das kann ich verstehen. Für einen Probetermin und Kennenlernen kann ich 10€ bezahlen."
Wie es aussieht, verwechselt da jemand mein Ukulelestan mit einem orientalischen Basar, wo man um Preise feilscht, wo man tief einsteigt, um sich sich möglichst noch deutlich unterhalb der Hälfte des ersten Angebotes einig werden zu können. Oder aber die Mutti verwechselt mich gerade mit dem Sozialamt: "Als alleinerziehende Mutter von 3 Kindern habe ich ein enges Buget zur Verfügung." - Ich weiß nicht, wo und wann sich verbreitet haben könnte, dass ich ein besonderes Herz für alleinerziehende Mütter mit drei Kindern und engem Budget hätte.
Von mir kann die Frau es jedenfalls nicht haben, denn ich bin ihr noch nie zuvor begegnet - sie ist mir also völlig fremd. Insofern bin ich durchaus überrascht, wenn wohl formulierte Hoffnungen wie folgende an mich gerichtet werden: "Vielleicht können Sie uns trotzdem darin unterstützen, die Musikliebe meines Sohnes zu fördern und ihm das Ukulele-Spiel lieb und kostbar zu machen."
Moment mal!
Schrieb sie nicht, sie sei alleinerziehende Mutter? Wieso schwenkt sie dann pöltzlich in die Pluralform "uns" ab? Uns unterstützen? Sie - und wen noch? Mutter und Kind als Pärchenunterricht? Nach dem Motto: Wenn schon ein Schnäppchen, dann doch gleich ein doppeltes? Und wieso ist sie "weiterhin an einem unverbindlichen Kennenlernen und Probieren interessiert"? Weiterhin? Unverbindlich? Kennenlernen? Und woher nimmt sie die Zuversicht, sich "auf eine günstige Antwort" freuen zu können?
Was, bitteschön, soll eine günstige Antwort sein? Vielleicht so etwas: Ja, für Sie als alleinstehende Mutter, deren persönliche Bekanntschaft zu machen mir bisher noch nicht vergönnt war, opfere ich gern größere Anteile meiner Lebenszeit, denn ich habe unendliche Langeweile, weder Haushalt noch Hobbies, weder Hund noch Katz, die mir Zerstreuung oder Lebensinhalte bieten könnten, und deshalb wäre es mir eine große Ehre, die Musikliebe Ihres Sohnes zu fördern und ihm das Ukulele-Spiel lieb und kostbar zu machen - und zwar für weniger als die Häfte dessen, was meine Arbeit jedem anderen meiner Schüler beziehungsweise deren Eltern wert ist?
Nein, so läuft das nicht - nicht bei mir auch nirgends sonst in der Welt. Genau das habe ich der alleinerziehenden Mutti dann auch mitgeteilt. Sie scheint es verstanden zu haben, jedenfalls hat sie sich nicht wieder gemeldet - und das ist auch besser so.
Doch da kommt schon die nächste verlassene Mutti und gegen deren Dummdreisitigkeit ist alles bisher Geschilderte nur ein harmloses Vorspiel.
Gesucht und gefunden

Mitte August anno 2017. Wieder die "barierrefreie" Anrede! Wegen der abgewandelten Schreibweise meines Vor - wie meines Nachnamens bin ich nicht pingelig. Denn da gibt es noch kreativere Varianten wie wie etwa Hallo Axel oder Herr Lewandowski. Etwas anderes ist die Frage nach der sogenannten Schnupperstunde. So etwas Anrüchiges habe ich überhaupt nicht im Angebot! Mein Angebot richtet sich nicht an Hunde, sondern an Menschen und ist deshalb eine Probierstunde.
Noch etwas anderes ist die Suche nach einem „freundlichen Ukulelen-Lehrer“ Gehört Freundlichkeit schon nicht mehr zu den Selbstverständlichkeiten? Muss man das extra anfragen? Dann müsste man es auch gegen Aufpreis anbieten: eine Probierstunde für 45 , mit Freundlichkeit für 145 Euro?
Was ich beim ersten Anschreiben dieser Mutti noch völlig überlesen hatte und was mir erst ein gutes Jahr später ins Auge sticht, ist die Bemerkung: „Gern lassen wir uns beraten und ... .“ Und was? Was noch? Was bedeuten die Auslassungspünktchen? Was sollen sie aus- oder offenlassen? Beraten - und was noch? Und wieso schreibt die Frau erst in der Ich-Form, dann aber in der Wir-Form: „Wir freuen uns sehr auf einen Kontakt“. Glaubt man Markt Twains "Tagebuch von Adam und Eva", so hatte Eva das Wort "Wir" erfunden, um damit ihre Entscheidungen als die gemeinsamen auszugeben. Wie dem auch sei, seit Evas erstem Wir gibt es auch untger Männern viele Nachahmer: Wir sind das Volk! - Wir schaffen das! - Wir sind Weltmeister - Wir sind Papst. Wer sich in der Wir-Form für Ukulele-Unterricht bei mir erkundigt, sollte dann allerdings auch nach dem Wir-Preis der Pärchenkurse fragen, finde ich.
Bereits in der gemeinsamen Probierstunde (für die ich keinen Pärchenpreis berechne) bekomme ich erklärt, dass der Junge "etwas speziell" sei. Das mag so sein, aber seine Mutter kommt mir von vornherien auch "etwas speziell" vor.. Ich habe keine Ahnung, was "etwas speziell" bedeuten soll. Ich halte mich für tolerant genug, auch spezielle Herausforderungen anzunehmen. Mein Motto ist: Entweder man scheitert mit seinen Aufgaben oder man wächst mit ihnen. Also beginnt für ihren Sohn ab September der Ukulele-Unterricht bei mir.
Zu einem kleinen Gartenfest lade ich meine Schüler und deren Eltern am ersten Wochenende des Oktobers ein. Da können sich Schüler untereinander kennenlernen, Mütter mit Müttern reden. Es gibt Gelegenheit zum gemeinsamen Musizieren. Ich führe einen Lampionumzug an und gebe den Kindern Streichhölzer, das Lagerfeuer anzuzünden. Ich sorge für alles, was kleinen und großen Leuten gute Laune macht. Auch andere Instrumente sind erlaubt - sei es Flöte, Mundharmonika, Akkordeon. Oder auch eine Harfe, wie sie die Mutter meines neuen Schülers besitzt und gleich am Vortag des Festes zum Unterricht ihres Sohnes mitbringt. Denn die Harfe soll sich bei mir über Nacht "akklimatisieren" - ein Argument, das nachvollziehbar ist - und doch nicht ohne Folgen bleibt. Noch am selben Abend erkundigt sich die Besitzerin der Harfe nach dem Befindem ihrer bei mir untergestellten Harfe:

Na, immerhin schreibt sie jetzt meinen Vornamen richtig - das Duzen hat sie sich in den vier Wochen, die sie ihren Sohn nun zum Unterricht bringt, so im Vorübergehen angeeignet. Damit habe ich damals das geringste Problem. Ein paar mehr Gedanken mache ich mir über die Erkundungen zu ihrer Harfe: Spielt sie? Schläft sie? Hört sie? - Ist das jetzt bloß etwas esoterischer Mumpitz? Oder schon schon ein bisschen gaga?
Die Bekanntschaft von Frauen, die sich beim Kraftlieder-Singen und Familienstellen treffen oder für Termine bei Wahrsagerinnen und Quantenheilerinnen bezahlen, aber nicht einfach zum Friseur, sondern zur „ganzheitlichen Friseuse“ gehen, hatte ich bereits vor langem gemacht - mit Kollateralschäden der Marktwirtschaft gehe ich üblicherweise humorvoll um. Sollen sie doch mit ihren Haaren Reiki, Fengshui oder Tantra machen - solange sie unter sich sind und keinen Schaden für die Allgemeinheit hinterlassen, folge jedes Tierchen seinem Plaisierchen.
Etwas aufdringlich empfinde ich jedoch, wenn ich gleich am folgenden Tag zu meinen Freizeitaktivitäten in den nun beginnenden Ferien gefragt werde. Mit der Antwort, eine mehrtägige Radwanderung unternehmen zu wollen, dachte ich, hätte ich der Höflichkeit Pflicht erledigt. Doch langsam schwant mir, dass ich es gerade mit einem Typus Frau zu tun bekommen habe, der sich mit Antworten zu solchen Fragen nicht stillen lässt.. Denn umgehend erhalte ich eine weitere Email:

Wie bitte! Sie ist "mal so fordernd..."? - Sie hat oder besitzt also einen Mann. Gut. Aber warum macht sie nicht mit dem eine Radreise? "Ich werde meinem Mann sagen, Du passt auf uns auf, auf mich und die Kinder!“ Sie will also ihren Mann, den ich nicht kenne, wissen lassen, dass der Ukulele-Lehrer in seiner Freizeit auf sie und Ihre Kinder aufpassen würde! Was wird das jetzt für ein komisches Spiel? Will sie ihren Gatten motivieren, auch mal wieder was mit der Familie zu unternehmen? Oder will sie ihn eifersüchtig auf mich machen? Langsam kommen mir einige Zweifel, ob die Frau nicht doch ein bisschen mehr gaga als nur "etwas speziell" ist.
Nur einen Tag später klärt sie mich auf:

Sollte sie das "lieber nicht geschrieben haben"? Ja, verdammt, das will ich gar nicht wissen. Was ich mich allerdings selbst frage, ist, warum sie diesen ihren Mann gestern noch versprechen wollte, dass ich (ohne jemals um meine Meinung dazu gefragt worden zu sein!) auf seine Frau und die gemeinsamen Kinder aufpassen würde, wenn sie doch schon "seit mehreren Jahren emotional und ... getrennt" von ihm lebt?
In was für einen Beziehungsbrei will mich diese komische Frau eigentlich hineinziehen? Ich gebe ihrem Sohn seit gerade mal vier Wochen Ukulele-Unterricht und die Mutter glaubt, es sei nun Zeit, "fordern" zu können, dass ich auf sie und "die Kinder aufpasse"? Wie viele hat sie denn eigentlich?
Knapp zwei Wochen später, zum Ende der Herbstferien, erhalte ich weitere Emails von ihr. Diesmal mit Links zu sogenannten Chemtrails, eine allseits bekannte Vergiftungstheorie für Leute, die jeden Humbug glauben. Ich sehe mir die Seiten an und antworte ihr, dass ich das alles für Mumpitz halte - nicht ahnend, dass ich damit die nächste Stufe an Kommunikationsstrudeln auslöse:

Welche "Info"? Und was "noch mal genauer erklären"? Und wieso will sie meine Antwort, in der ich klipp und klar zum Ausdruck brachte, dass mich dieser Chemtrail-Mumpitz nicht interessiert, an ihren Bruder weiterleiten? Was hat der jetzt damit zu tun? Ich kenne weder ihren Gatten noch ihren Bruder! Erst involviert sie einen mir unbekannten Mann, dem sie versprechen wolle, ich würde auf sie und seine Kinder aufpassen, jetzt ihren Bruder, der mir genauso unbekannt ist! Und für welche SMS bedankt sie sich? Und warum interessiert diese komische Frau sich dafür, ob und wann der Ukulele-Lehrer ihres Sohnes nachts wach ist? Wozu teilt sie mir mit, wann sie ins Bett geht? Denkt diese Frau, sie sei der Mittelpunkt der Welt und alles habe sich um sie zu drehen. Geht es noch schlimmer? Aber sicher doch. Ein "paar Zeilen" gehen immer:

Heiliger Bimmbamm! "Die Lieb soll sich verbreiten, auf der Erde Weiten!" Und zu diesen lyrischen Ergüssen soll, neben den Auftritten einer Freundin, meine Wenigkeit sie inspiriert haben? "Sie macht kein Halt, egal wie alt!" Apropos "wie alt"? - Nach ihren Angaben ist sie "Anfang 50". Dass ihr die Hosenanzüge von Angela Merkel passen würden, hatte ich bereits wahrgenommen.
Wie letztens vereinbart habe ich für Muttis Sohn eine Ukulele bestellt - nicht nur für ihn allein, es war eine Sammelbestellung. Ich stimme und spiele die Instrumente ein, damit meine Schüler dann gleich gut gestimmt loslegen können - normaler Service bei mir in Ukulelestan. Doch die Frau scheint sich weiter für die wichtigste Mutti der Welt zu halten und fragt zu vorgerückter Abendstunde mal eben per Email nach, ob die "Ukulelen???" schon angekommen seien. Ich bestätige ihr die Ankunft der Lieferung und ergänze, sie möge mir nicht krumm nehmen, wenn ich nach einem langen Arbeitstag endlich mal meine Ruhe haben möchte. Sie antwortet umgehend:

Na, immerhin! Sie lässt zwar das Wir weg, schreibt aber dennoch im Plural. Das soll wohl heißen, auch ihr Sohn, dessen Gedanken sie lesen kann, nehme mir diesbezüglich nichts übel. Sie versteht, dass ich meine Arbeitszeit habe. Aber wann meine Arbeitszeit ist, legt sie fest? Meine Arbeitszeit sei demnach "nachmittags bis abends". Dabei könnte sie es besser wissen, da sie ihren Sohn selbst schon mittags zum Unterricht bringt und auch weiß, dass er da noch nicht einmal der erste ist! Am Liebsten würde ich ihr antworten: Vielen Dank, dass ihr mir nicht übelnehmt, wenn ich auch mal meine Ruhe haben möchte und nicht noch deine stupiden Emails lesen möchte.
Natürlich verkneife ich mir das und bleibe höflich. Aber langsam vergeht mir der Humor. Zwei Tage später, zum Unterrichtstermin ihres Sohnes, händige ich ihr die für ihren Sohn gestimmte Ukulele aus. Am Abend erhalte ich ein ausführliches Dankesschreiben, doch es bleibt nicht bei der üblichen Lobhudelei - nun verkündet sie, auch selbst "ein wenig Ukulele lernen" zu wollen!

Sie wollte mich heute früh nicht aufscheuchen? Warum tat sie es dann? Sie bietet mir an, "den Unterricht auf 45 Minuten zu erweitern", legt auch gleichnoch fest, wann sie zuerst dran ist, ihr Sohn, der eigentliche Schüler, erst danach! Die pädagogische Methodik liefert sie auch gleich noch mit: "Fragen, zeigen..."! Nun, ja, sie ist Chemie-Lehrerin an einer Berufsschule, da hält sie pädagogische Ratschläge an mich für angemessen. Gans schön vermessen.
An sich ist es eine gute Idee, wenn Mütter oder Väter mit ihrem Kind gemeinsam das Spielen eines Instrumentes erlernen, weil dadurch der Elternteil weiß, wie man mit seinem Kind ein paar Hausaufgaben bewerkstelligen könnte. Und genau deshalb biete ich die Eltern-mit-Kind-Konstellation auch explizit an. Ob und wie solche Pärchen-Stunden dann im Konkreten tatsächlich passen, ist noch mal eine ganz andere Frage, die ich üblicherweise nach einem mehrwöchigen Testlauf entscheide, das heißt entweder befürworte oder ablehnen kann. In jedem Fall ist das nicht ihre Entscheidung.
Und so habe ich habe die Konditionen auch für diesen sehr speziellen Fall entsprechend meinen Prämissen angepasst. Wenn überhaupt, dann erst der Sohn, dessen Aufmerksamkeitsdefizit bereits meine Aufmerksasmkeit und Geduld beanspruchen, und danach darf die Mutter eine Viertelstunde "fragen"...
Im Nachhinein muss ich konstatieren, dass meine Entgegenkommen ein großer Fehler war, und damit meine ich nicht, nicht was die Reihenfolge betrifft. Denn in der Praxis wird ihr Vorschlag vor allem ihr Mittel zu ganz anderen Zwecken werden - auf diese Weise verschafft sie sich nämlich lediglich regelmäßigen Zugang zu meiner Wohnung. Um nichts anderes ging es ihr, wie ich im Nachhinein feststellen musste.
Man strebt dem Ende seines sechsten Lebensjahrzehntes entgegen und ist noch so naiv, auf so einen Trick hereinzufallen! Am 17. November erwidere ich auf eine ihrer Emails, dass sie mit ihren Bedürfnissen bei mir an der falschen Adresse ist, dass mich ihre vielen Emails, SMS, und nun neuerdings auch noch WhatsApp-Mitteilungen schon eine ganze Weile nerven! Woraufhin sie noch am selben Tag Besserung gelobt:

"Mühe geben" will sie sich also... Nicht einmal zwei Tage hällt ihr Besserungsgelöbnis, schon am 19. November folgen weitere Fragen, allesamt plumpe Vorwände. Dann fragt sie sogar an, ob ich noch "online" sei und ob mein Computer eingeschaltet ist oder ob ich mobile Daten empfangen kann. Am 23. November mache ich ihr nochmals schriftlich klar: Ich mag weder dauernd Benachrichtigungen erhalten noch Nachrichten lesen oder Fotos und Videos ansehen. Erst recht werde ich auf Fragen, ob ich online bin und dergleichen, nicht antworten.
Jetzt sollte eigentlich alles klar sein. Doch wenige Tage später erhalte ich über WhatsApp ein Foto geschickt, das ihre minderjährige Tochter mit einem großen blauen Auge und stark geschwollener Wange zeigt... Sieht irgendwie nach der Folge eines sehr heftigen Kampfes aus. Ich bin schockiert. Warum schickt sie mir solche Fotos von ihrer Tochter? Was ist hier los? War das der Vater? Nein, das habe sie mir gar nicht geschickt, sondern ihr Sohn habe das verschickt... Ihr Sohn? Mit ihrem Handy?
Ja, der habe ihre Handy-Pin "durch Ausprobieren herausgefunden"... Nicht schlecht für einen Jungen, der nach knapp drei Monaten Ukulele-Unterricht kaum mehr als die ersten vier Töne eines einfachen Kinderliedes zupfen kann! Und was hat es mit dem Foto nun auf sich? Das sei nur ein Sportunfall vom "Schlittenhunde-Rennen"... Schlittenhunde-Rennen? Was es im Umkreis einer halben PKW-Stunde von Dresden alles gibt! Nein, ich frage jetzt lieber nicht nach. Denn eines weiß ich mittlerweile auch so: In dieser Familie läuft irgendwas ganz Wirres ab. Und das will ich auf gar keinen Fall näher ergründen. Mir ist die Flut ihres Informationsmülls eh schon zu viel.
Im Hirn dieser Frau läuft etwas ganz auerordentlich schief. Am Ende einer seitenlangen Email, in der sie mir unter anderem erklärt, dass sie "nicht süchtig nach digitalen Medien" sei, bietet sie mir schließlich sämtlich Optionen der Kontaktpflege an, die sie aufbieten kann - inklusive "Zupf zu Zupf" und "Klopf zu Klopf".

Was gibt es noch?
Am besten, ich fasse den bisherigen Irrsinn erst mal zusammen: 1) Die minderjährige Tochter ist (angeblich) beim Schlittenhunde-Rennen gestürzt und hat sich dabei eine Verletzung zugezogen, die wie das Resultat eines Faustschlages aussieht. 2) Der von seiner Mutter als einer von zwei "Spätentwicklern" bezeichnete Sohn, der nach drei Monaten Unterricht kaum vier Töne auf der Ukulele spielen kann, knackt durch bloßes Ausprobieren angeblich die Handy-Pin seiner Mutter und schickt mir auf diese Weise Fotos von seiner seltsam veretzten Schwester. 3) Ich habe mit einer völlig irrsinnigen Frau einen Vertrag über Ukulele-Unterricht für ihren Sohn abgeschlossen und nun habe ich auch noch sie selbst als Dauergast zu Besuch.
Inzwischen hat sie sich eine weitere Ukulele bestellt - diesmal ohne meine Vermittlung, da ich es satt habe, von früh bis abends durch sie beschäftigt zu werden. Doch auch bei ihren eigenen Bemühungen lässt sie mich jedes Detail wissen, schreibt Email um Email und SMS um SMS, stellt immer wieder Vorwand-Rückfragen. "Als Dankeschön" für die Beantwortung schickt sie mir am 17. Dezember 2017 im Anhang einer Email eine Audiodatei mit dem schlichten Titel "Aufnahmekunstspielversuchen-Eplusakustikharfen"... Nach dem Anhören der ersten 15 Sekunden verschiebe ich die Datei direkt in den Papierkorb, um meinen Computer nicht auch noch mit ihren akkustischen Ergüssen zu vermüllen. Natürlich bleibt es auch dabei nicht - ein paar "freie Gedanken" flattern selbstverständlich noch hinterher:

Stellt sie jetzt ihren eigenen "gesunden Menschenverstand" infrage?... Das Leben sei "zu kostbar und zu kurz...!!!???" Soll das nun eine besonders starke Aussage (drei Ausrufezeichen) oder eine besonders wichtige Frage (drei Fragezeichen) an mich sein? Jedenfalls hat sie kein Problem damit, die kostbare Lebenszeit des Ukulele-Lehrers ihrer einfältigen Selbstsucht zu opfern? Es ist Mitte Dezemeber, Zeit für Weihnachtsvorbereitungen... Es ist nicht zu fassen, aber noch am selben Tag erreichen mich ihre Vorschläge zur Gestaltung meiner Freizeit in der baldigen Ferienwoche:

Ich könnte also "die Stille genießen"... Na, klar, ausgerechnet in der Gegenwart einer Dauerquasselstrippe! Und dabei mal sehen, wie still sie sei... So still, dass es "für manchen schon für manche an Langweiligkeit" grenze... Diese spezielle Mutti hält scheint sich für so unwiderstehlich zu halten, dass sie glaubt, man könne als Mann gar nicht anders können, als ihren Einladungen zu folgen. Selbst aus ihrem weihnachtlichen Feriendomizil an der Ostsee schickt sie noch Einladungen, mit der Aufforderung nachkommen zu können. Und da ihr die Feiertage ohne Erwiderung meinerseits dahinziehen, folgt auch noch ihr Hinweis, sie könne den Aufenthalt jederzeit verlängern. Und so geht es Tag für Tag weiter.
Silvester, draußen vor den Fenstern böllern bereits die letzten Stunden des Tages dahin. Unentwegt fliegen ihre Mitteilungen per WhatsApp ein... Sie sei nun wieder zuhause und könne mich zum Reinfeiern doch besuchen kommen... Hat sich diese Frau eigentlich überhaupt einmal mal die Frage gestellt, ob es in meinem Leben noch andere Menschen gibt? Ich könnte verheiratet sein. Oder schwul. Oder divers. Oder sonst was. Bevor sie mich für ihre Familienplanungen einspannt, müsste sie sich oder mich doch mindestens mal fragen, ob ich überhaupt noch zu haben bin!
Ich habe in jener Silvesternacht tatsächlich eine Freundin zu Besuch, die ich seit 30 Jahren kenne und mit der ich einfach mal wieder den Jahreswechsel verbringen will - ungestört von den Belästigungen eines extrem aufdringlichen Frauenzimmers. Doch auf meinem Tisch vibriert permanent das stumm geschaltete Handy - ich muss mich in den letzten Minuten des Jahres 2017 noch kundig machen, wie ich die unaufhörlichen Mitteilungen einer
völlig durgeknallten Frau verhindern kann, ohne das Handy total abschalten zu müssen - das Festnetztelefon habe ich bereits vom Netz genommen! Bei WhatsApp entdecke ich schließlich die sogenannte Stummschaltung - das ist zwar noch keine Totalblockade, aber es erfolgt wenigstens kein Benachrichtungssignal und die Mitteilungen werden auch nicht mehr angezeigt. Endlich Ruhe?
Prosit Neujahr. Weiter geht's!
Da ich per WhatsApp keine Meldungen über ihre Mitteilungen mehr bekomme, gibt es eine Störquelle weniger. Doch die Ruhe ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Per Email erhalte ich bald umso mehr Text. Sie könne sich im nächsten Jahr auch eine Wohnung in Dresden nehmen, gleich gegenüber meiner, am anderen Flussufer - da könne sie mir dann abends immer winken...
Nachdem sie dann in einer Woche nicht zum Unterricht erschien, verlangt sie für die Folgewoche einen Termin zum Nachholen. Ich frage sie, wie sie es mit ihren Schülern an der Berufsschule, wo sie als Chemie-Lehrerin arbeitet, hält - ob sie da die Woche um fünf Tage verlängert, damit jeder Schüler seine unentschuldigten Fehlstunden nachholen könne. Aber auc das versteht sie gar nicht - sie habe mir doch Bescheid gegeben. Per WhatsApp. Tja, da habe ich dich aber stummgeschaltet, erkläre ich ihr, weil mir dein Silvester-Programm absolut auf die Nerven ging.
Ist ihr gar nicht aufgefallen, dass ich seit zwei Wochen keine ihrer Mitteillungen erwidert habe? Oder stellt sie sich nur so dumm? Am 10. Januar konfrontiere ich sie erneut mit dem Ernst der Lage und erkläre ihr, dass ich sie nun auf WhatsApp komplett blockiert habe und dass ich künftig auf Textnachrichten, die mit unseren Unterrichtsterminen nichts zu tun haben, nicht mehr reagieren werde!
Das müsste reichen, dachte ich. Tut es aber nicht.. Sie hat wohl zwar verstanden, dass mir ihre permanente und penetrante Aufdringlichkeit auf die Nerven geht, aber das hält sie keineswegs davon ab, mir eine "hoffentliche stressfreie Mail" zu schicken - "nur zur Info....", gekrönt mit den innigsten Wünschen für "eine stressarme, interessante Woche!"

Die Freundin ihres großen Sohnes lässt also fragen, ob ich im Kindergarten auftreten würde. Ihr "WG-Mitbewohner" ist der Mann, dem sie vor drei Monaten versprechen wollte, ich würde seine Kindsmutter gern auf meine Radreise mitnehmen, auf sie und ihre Kinder aufpassen. Sie integriert und involviert und vernetzt und wuselt ohne Unterlass. Und sie will sie mein "Lesenwollenmüssen nicht überstrapazieren"...
Um die schier endlos wirkende Geschichte mal etwas einzukürzen: Mitte März ist sie tatsächlich vom Lande nach Dresden umgezogen - zum Glück nicht in die angedrohte Winkewinke-Distanz, sondern in ein entferntes Stadtviertel. Dort hat sie eine Wohnung gemietet, wo sie Veranstaltungen durchführen will. Und natürlich würde sie sich "sehr freuen, wenn Ukulelenklänge ... erklingen würden". Womöglich als Zeichen, dass es bereits läuft, bittet sie mich zwei Sätze einer englisch verfassten Anfrage zu übersetzen, die sie von einem Interessierten Musiker erhalten hätte. Die kleine Gefälligkeit tue ich ihr - dummerweise. Denn es bleibt natürlich nicht dabei.

Sie will dann also mal anklingeln, nach 20 Uhr... Dabei müsste sie wissen, dass um diese Zeit noch längst nicht der letzte Schüler raus ist. Was erlaubt sie sich! Und sie könnte sich Texte ganz einfach mittels Google Translater übersetzen lassen. Ich antworte kurz und resolut: NEIN, bitte nicht! 1) Ich habe auch nach 20 Uhr Schüler. 2) Ich habe dazu bereits alles gesagt.

Und indem ich antworte, sitze ich natürlich auch gleich in der nächsten Falle. Nämlich weil ich noch immer so naiv bin zu glauben, man könne dieser aufdringlichen Person irgendwas beantworten und dann hätte sie es verstanden und würde mich in Ruhe lassen. Ich antworte in einem resoluten Tonfall: Lass dir diese Korrespondenzen von denen übersetzen, die sie eingefädelt haben. Ich habe dazu alles gesagt, was du wissen wolltest. Wenn du das veranstalten willst, dann mach es - und lass mich damit in Ruhe! Ich habe anderes zu tun.
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Meine Reaktion versteht sie also nicht. Dann war meine Erläuterung vielleicht zu kurz? Ich erkläre in einer weiteren Email: Das ist deine Veranstaltung. Auf deinen Wunsch habe ich dir den Gefallen getan und deine Korrespondenz übersetzt. Ansonsten habe ich damit nichts zu tun und möchte nicht als Übersetzer oder in sonst einer Weise involviert werden. Glaubst du, dass ich nichts anderes zu tun habe, als deine Emails zu beantworten! Und nachts halb 12 weckt mich deine SMS! Was soll das! Wenn dich deine Schüler jeden Tag mehrmals mit privaten Angelegenheiten anschreiben würden, ginge dir das genauso auf die Nerven. Letztmalig: Ich will das nicht! Wenn du das nicht verstehen bzw. akzeptieren willst, dann war’s das - es reicht wirklich! Ich meine das ernst.

Das gute Recht, Zusatzarbeit abzulehnen
Endlich! Hat sie was kapiert? Wenigstens ist sie wohl auch mal etwas abgenervt - sie verzichtet auf das gewohnte "Lieber Alexander", lässt jegliche Anrede weg, ist offensichtlich ein bisschen frustriert über meine "unfreundliche Formulierung" - und sie räumt gnädigerweise ein, ich hätte "das gute Recht Zusatzarbeit abzulehnen". Na, immerhin! Gut, dann ist es endlich Zeit für Konsequenzen - ich habe angekündigt, dass ich es ernst meine, und deshalb mache ich jetzt auch ernst. Am 26. März 2018 teile ihr mit mit, dass es sich mit dem Ukulele-Unterricht erledigt hat. Natürlich schreibe ich ihr eine sachliche und ausführliche Begründung - damit sie "verstehen" kann!
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Ich helfe gern, wo ich kann. Wenn man dir den kleinen Finger gibt, nimmst du die ganze Hand und kommst über zwei Ecken mit weiteren „Übersetzungswünschen“… Deine Versuche, mich in Angelegenheiten zu involieren, mit denen ich nichts zu tun habe und nichts zu tun haben will, sind weiter nichts als Vorwände zur Beziehungsintensivierung. Ich habe vor langem klar genug mitgeteilt, dass ich daran kein Interesse habe. Vielleicht bist du Klarheit nicht gewohnt oder kannst und willst damit nicht umgehen. Dann bist du bei mir an der falschen Stelle.
Ich ziehe aus folgenden Gründen Konsequenzen:
1) Du hast mich um einen Rat gebeten und ich habe dir geantwortet, die englische Korrespondenz übersetzt, meine Bedenken geäußert. Du findest die Bedenken richtig - und organisierst diesen Unfug dann weiter? E-Bass und Schlagzeug-Improvisation in einem Wohnhaus, in das du gerade erst eingezogen bist, ausländische Musiker, die du nicht kennst und mit denen du dich weder schriftlich noch mündlich verständigen kannst... Und als sei das noch nicht verrückt genug, willst du mich dazu auch noch einspannen. Dir ist nicht zu helfen.
2) Aufgrund deiner andauernden Bild- und Textnachrichten, besonders in der Silvesternacht, sah ich mich bereits genötigt, dich bei WA stummzuschalten. Ich habe dich später auch darüber informiert. Du aber testest es aus und schickst weitere Bilder und Texte. Hiermit teile ich dir mit, dass ich dich auf WA jetzt blockiert habe. Und trotz all meiner diesbezüglichen Ansagen belästigst du mich weiter mit belanglosen Text- und Bildnachrichten, selbst noch zu nachtschlafender Zeit, nun per SMS. Ich hatte dir postwendend mitgeteilt, dass mich so was außerordentlich nervt. Wenn dun das nicht kapierst oder nicht kapieren willst, ist dir nicht zu helfen.
3) Du hattest genug Zeit (mehrere Monate), um eine normale Beziehung, wie sie zwischen Schüler und Lehrer angemessen ist, zu pflegen. Doch du kannst es nicht lassen, immer neue Versuche zu unternehmen, mich unter irgendwelchen Vorwänden auch darüber hinaus mit dir zu beschäftigen. Deine unaufhörlichen Schmeicheleien sind - freundlich gesagt - aufdringlich und belästigend. Es gibt einen neudeutschen Begriff, der lautet Stalking… Dein Verhalten ist nicht weit davon entfernt.
4) Und am gestrigen Sonntag simst du mir auch noch, du würdest dich melden, um die durch DEINE (!) Krankmeldung ausgefallene Stunde nachzuholen - „kann auch kurzfristig sein“ (!) Geht’s noch! Gibst du deinen Schülern, wenn sie sich krankmelden, „kurzfristig“ Nachhole-Stunden, an Sonntagen oder an Feiertagen... Was glaubst du eigentlich, wer du bist, wenn du meinst, über meine Freizeit verfügen zu können, wie es dir beliebt!
Wenn du Klartext meinerseits als „unfreundliche“ Reaktion empfindest, dann gibt es dafür eine ganz einfache und freundliche Lösung: Du sucht dir einen anderen (einen „freundlichen“) Ukulele-Lehrer. Mir ist in all den Jahren, die ich unterrichte, nie etwas so Aufdringliches passiert, wie du es veranstaltest. Ich kann und will unter solchen Umständen nicht unterrichten. Wenn du nicht verstehen wolltest, was mein Hinweis „Es reicht langsam!“ bedeutet, dann muss ich dir jetzt sagen: Es reicht nun endgültig! Ich sehe mich gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich bedaure es sehr, besonders für deinen Sohn, aber du lässt mir keine Wahl: Am kommenden Donnerstag sind bereits Osterferien und damit ist der März durch. Eine Fortsetzung meines Unterrichts im April wird es für dich nicht geben. |
Im März 2018 hing ich also noch der Betrachtungsweise an, dass ihr Verhalten nicht mehr weit von Stalking entfernt sei. Ich hatte mich mit dem Thema noch nicht so gründlich beschäftigt, um einschätzen zu können, dass ihr Benehmen schon damals Stalking in Reinkultur war. Ihre Reaktion auf meinen Rausschmiss wirkt auf den ersten Blick überraschend entspannt, nichtsdestotrotz ist sie völlig realitätsfern:

Unterrichtstermine sind demnach inspirativen Treffen, sie habe sich dabei leider in mich "verliebt" - Ich habe diesem aufdringlichen Weib x-mal mitgeteilt, dass mir ihr dauerndes Geschreibs auf die Nerven geht, habe sie gebeten, die Kommunikation auf das für die Unterrichtstermine Nötige zu beschränken, habe ihr geschrieben, dass es mir langsam recht! Und sie behauptet, ich sei "daran nicht unbeteilgt" gewesen...
Dass ihr Sohn, der immer mit großer Freude die Treppen heraufgerannt kam, nichts dafür kann, wenn seine Mutter sich wie eine pubertierende Jugendliche benimmt, lässt sich nicht bestreiten. Der Junge tut mir tatsächlich leid. Aber was soll ich machen? Dass der Junge nun die Konsequenzen für das aufdringliche Benehmen seiner Mutter tragen muss, tut mir leid. Aber genau mt dieser Empathie sitze ich schon in der nächsten Falle! Denn es vergehen gerade mal zwei Wochen, bis sie die Masche mit dem armen Jungen, der doch nichts dafür könne, noch ausweitet:

Sie bettelt also im Namen ihres Sohnes... Und will dann auch gar nicht mehr nerven, "nicht per Mail, SMS, oder Sonstiges: stelle meinen Fuß nicht in deine Tür ohne deine Zulassung." Das ist mal eine klare Ansage, naja, mit Einschränkungen wie "ohne deine Zulassung" und "weitestgehend versuchen" und "für weitere Absprachen offen sein"! Aber all das sticht mir erst jetzt ins Auge, da ich diese Emails nochmals gründlich lese. Damals falle auf ihren Trick erneut herein und biete ihr an, dass sie ihren Sohn probeweise einen Monat bringen könne. Wenn sie sich an ihre eigenen Besserungsgelübde halte, könne man dann nach den Sommerferien weitersehen. Doch so lange kann sie natürlich nicht warten - die Sommerferien haben kaum angefangen schon nimmt sie sich "die Freiheit" für einen "Dankesausspruch"...

Freiheit oder Frechheit?
Hat sie sich bei dem Wörtchen "Freiheit" nur etwas vertippt, indem sie anstelle des "i" ein treffender "c" hätte schreiben müssen? Egal, für die meisten Menschen ist Freiheit und Frechheit so wieso das gleiche. Warum sollte es ausgerechnet bei dieser hoffnungslos ungebildeten Stalkerin anders sein.
Eigentlich glaubte ich, ich sei im Laufe meiner reiferen Lebensjahre auch ein bisschen Frauenversteher geworden. Daran habe ich inzwischen eher Zweifel. Der Unterschied zwischen einem normalen Leser und einer Stalkerin ist, dass sie denkt, alles was jemand für die Öffentlichkeit publiziert, sei für sie persönlich geschrieben worden, allein und zuerst für sie. Sie bedankt sich für ein auf der Reise entstandenes Musikvideo, als sei es persönlich für sie gefilmt, geschnitten, veröffentlicht worden.
Bei dieser Erziehungsberechtigten ist jedoch jeder Verstehversuch blanke Zeitverschwendung. Ich ignoriere ihre "Dankesaussprüche", ihr "D&G" (Dank und Gruß?) und sonstige "Viel Erfolg, Kraft, Ideen,..."-Grüße - nicht zu vergessen die vielen Zwischen-den-Halbsätzen-Botschaften in Gestalt omnipräsenter Auslassungspünktchen. Da ich ihr Besserungsgelöbnis damals noch für ehrlich halte, beantworte ich ihre Anfrage nach Weiterführung des Unterrichts für ihren Sohn schließlich positiv - mit dem Resultat, dass gleich nach der ersten U-Stunde des neuen Schuljahres eine ihrer überschwänglichen Dankeshymnen folgt:

Was ist denn jetzt schon wieder? Ach, der Herr Sohnemann spielt auf dem WC Ukulele. Ja, und? Was soll ich jetzt mit dieser Information? Kann diese dumme Frau nicht einfach mal darüber nachdenken, welchen Informationswert es für einen Musiklehrer haben soll, wenn er liest, wann und wo seine Schüler ihre Instrumente üben? Beim Pinkeln? Beim Kacken? Was soll dieser Scheiß! Und für den Fall, dass mir nach einem Jahr Wir-Gedöns noch immer nicht klar sein könnte, dass sie zu zweit ist, kommen die "Grüße von UNS" jetzt auch noch in Großbuchstaben. Ich gehe nicht darauf ein, aber was nützt mir das? Nichts. Zwei Wochen später will sie mich mal wieder in ihr abstruses "LaboR" integrieren - nach den Kostproben, die ich bereits zu hören bekam, gehe ich davon aus, dass es dort genauso kreativ zugeht wie in ihren wirren Wortspielereien...

Was bildet sie sich ein? Wer sie ist, dass sie mich weiterempehlen könnte? In Ermangelung von Zeit habe ich bereits seit langem ein Sperrschild für Ukulele-Unterricht auf meiner Internetseite ausgehängt - wo steht denn, bittesehr, dass ich Gesangsunterricht anbiete? Wozu soll sich jemand bei mir melden, wenn er sowieso alles autodidaktisch macht? Natürlich geht es ihr gar nicht um irgendjemand, sondern einzig und allein um sich selbst - sie will im Gespräch sein, immer und dauernd. Eine Nervensäge sondersgleichen! Da ich ihr nicht mehr antworte, sucht sie sich ihre Antworten jetzt sogar in den öffentlichen Reiseimpressionen, die ich vor Ewigkeiten schrieb (1994!):

Vielen Dank? Wofür? Sie bildet sich immer und immer wieder ein, ich hätte meine Reiseepisoden allein und nur für sie veröffentlicht. Damit sie etwas hat, womit sie ihre Langeweile und sonstige Einfalt zerstreuen kann? Noch am gleichen Tag erhalte ich eine Einladung zu einem "Festival Frei Improvisierter Musik" - unter anderem zupft sie selbst dort auf ihrer Harfe herum... Was unter freier Improvisation zu verstehen ist, kenne ich ja schon von ihrem Solo ein Jahr zuvor. Sie schreibt an diesem Tag ingesamt viermal! Ignorieren hilft nicht. Jetzt muss ihr mal wieder Klartext schreiben: Es nervt mich extrem, immer wieder von
dir belästigt zu werden. Wenn du es nicht lassen kannst, dir mittels
deines Sohnes immer wieder Eingang verschaffen zu wollen, muss ich diese Tür
für dich schließen.
Auch diese Warnung nimmt sie nicht ernst. Im Gegensatz zu ihrem Versprechen vom 26. April, wo sie schwört, dass sie mit der Nerverei aufhören würde, dringt sie unter dem Vorwand, ein gewisses Bedürfnis befriedigen zu müssen, zum driten Mal infolge direkt in meine Wohnung ein. Beim dritten Mal tut sie es mit einer solch frechen Arroganz, dass mir klar wird: ihr angebliches Bedürfnis ist nur ein Vorwand ist, eine List. Und sie lässt mich im Anschluss sogar moch spüren, dass sie es wieder geschafft hat, indem sie mich angrinst und sagt, sie könne das nächste Mal ja Toilettengebühr bezahlen... Was für eine ungeheuerliche Dreistigkeit!
Ich weiß nicht, woher ich in dieser Situation die Contenance nehme. Vielleicht hatte es mir vor Fassungslosgkeit einfach nur die Sprache verschlagen. Jedenfalls kann ich es bei einem verächtlichen Blick belassen. Ich schließe dann demonstrativ die Stubentür, um zu signalisieren: Bis hierher und keinen Schritt weiter!
Was macht die Stalkerin, als sie von meiner Toilette kommt? Statt einfach zu gehen und die Türschwelle meiner Wohnung, die sie ja ihren eigenen Worten zufolge niemals wieder übertreten wollte, hinter sich zu lassen, öffnet sie die Tür zu meinem Unterrichtsraum: "Viel Spaß euch beiden!" wünscht sie und grinst mich nach einem ausschweifendem Blick noch einmal an. Es ist nicht zu fassen.
Arroganz gepaart mit Schamlosigkeit! Aber ich reiße mich zusammmen. Nur im Stillen koche ich vor Wut. Denn ich will den Jungen nicht verstören und tue ihm gegenüber, als wäre alles ganz normal - ist es ja auch, nur eben in dem Sinne, dass die Mutter die sonstigen Übertretungen diesmal auf die Spitze getrieben hat. Nachdem der Junge endlich, nach einem Jahr, spürbare Fortschritte gemacht hat, will ich ihn nicht einfach vor die Tür setzen. Ich bringe es nicht fertig, ihm das anzutun, und bringe die Unterrichtsstunde wie vorgesehen zu Ende.
Ich mache meinen Job, konzentriere mich darauf, damit der Junge wenigstens dieses eine etwas komplexere Musikstück, einen Blues, den er in dem einen Jahr gelernt hat, behält, vielleicht es selbständig weiterüben könnte. Dennoch ist klar, dass der Unterrricht für diesen Jungen mit dieser Stunde enden muss, da seine Mutter unerträglich ist - unbelehrbar, unverbesserlich, unverschämt. Erst am Wochenende komme ich dazu, der Mutter zu schreiben, dass sie sich bei mir nie wieder sehen zu lassen braucht und dass es sich nun endgültig erledigt hat. Ich begründe meine Entscheidung in der nötigen Ausführlichkeit und Sachlichkeit:

Ihre erste Reaktion:

Ihre zweite Reaktion:

Ihre dritte Reaktion:

Auf ihre Forderungen gehe ich nicht ein, sie sind durch die Bank unberechtigt - und nicht nur das! Das Hirngespinst mit der Uklulele muss ich ahnungslosen Lesern allerdings einmal etwas näher erläutern. Mit der gleichen Geschichte kam sie bereits, als ich sie Ende März 2018 das erste Mal rausgeschmissen hatte. In meiner Naivität bot ich ihr damals die Gelegenheit, sich davon überzeugen zu können, dass bei mir keine Ukulele "mit einem blauen Fleck" herumliegt. Ich habe so viele hochwertige Ukulelen aller Art, dass ich kein Standardmodell mit einem angeblich besonders schönen Klang benötige - das weiß jeder, der meine Sammlung kennt. Dieses Hirngespinst spielte dann seit dieser Zeit, also seit beinahe neun Monaten auch gar keine Rolle für sie. Aber jetzt, da sie wieder etwas zum Sticheln braucht, kramt sie diesen Unfug erneut aus. Um mich in Kontakt zu halten. Und als ob das nicht genug der Frechheit und Verlogenheit ist, kommt sie jetzt auch nochmals mit der Mitleidsnummer - ganz nach dem Motto: Was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal:

Dass der Sohnemann mit seinem "zarten Stimmchen" nochmals vorgehalten werden muss, war zu erwarten... Sie lügt das Blaue vom Himmer herunter, indem sie ihren Sohn, dem es schwerfiel, in ganzen Sätzen zu sprechen, mit Ansagen wie "Ich bin doch sein Schüler" zu zitieren, aber mir den Satz "sei ruhig, hier male was..." in den Mund zu legen! Das ist nun wirklich das Allerletzte. Denn ich habe dem Jungen, dem aufgrund seiner stark ausgeprägten AD(H)S-Beeinträchtigung an anderen Orten genug hässlicher Spott und Demütigung widerfährt, alle Geduld der Welt gewidmet. Davon abgesehn habe ich noch nie irgendjemand - keiner Frau und keinem Mann und erst recht keinem Kind - "FERRERO KÜSSCHEN" in den "Ukulenkasten" getan!
Richtig ist hingegen, dass mir in der Nikolauswoche und Adventszeit Schüler oder deren Eltern Süßigkeiten schenken, wie es üblich ist. Da ich mir selbst aus Süßigkeiten nichts mache, leite ich solche Gaben in ein Körbchen um, aus dem sich nach dem Unterricht jeder meiner anderen Schüler nehmen kann, was ihm beliebt. Meine eigenen Gaben sind Erdnüsse, Mandarinen, Apfelsinen, Pfefferkuchen - was man in der Nikolauswoche eben so schenkt, um Kindern eine kleine Freude außer der Reihe zu verschaffen. In ihren "Ukulenkasten getan"? Alles nur für sie ganz persönlich? Was bildet sich diese stockdumme Frau nur ein?
"Du bist wunderbar..."
Nach zwei Wochen Funkstille - genau gesagt am hochheiligen Heiligabend - glaube ich, die Sache sei endlich ausgestanden - und nun könne auch für mich die besinnliche Zeit losgehen... Doch da erreichen mich einige auf den ersten Endruck versöhnlich wirkende "Grüße von der Ostsee":

Sie will mich also "nicht anmachen, nicht belästigen, mir nicht die Freiheit rauben....." - Ganz beiläufig erdreistet sie sich dann nochmals nach der Ukulele zu fragen, die ich ihr angeblich vorenthalten würde. Es reicht ja nicht, etwas weihnachtliches Süßholz zu raspeln, nein, sie muss auch noch etwas weiter sticheln - lügen und immer wieder neuen Blödsinn erfinden.
Inzwischen fürchte ich, dass sie beim Neujahrskonzert meiner Schüler im Publikum sitzen könnte, um mich von dort aus frech anzugrinsen - und hinterher vielleicht wieder nach der Ukulele "mit dem blauen Punkt" auf die Nerven zu gehen. Ich bereite mich innerlich auf das Schlimmste vor. Für mich steht fest, dass sie in dem Moment, da sie mich selbst dort noch belästigt, eine Anzeige bekommt. Egal was die Polizei damit dann anstellt - es ist dann wenigstens aktenkundig und somit einer erster Schritt, juristisch gegen sie vorzugehen.
Ich möchte für und mit meinen Schülern sowie für deren Eltern und alle anderen Besucher der Kirche musizieren - für ein Hilfsprojekt im Ausland, nicht für eine unverschämte, perverse Stalkerin. Meine Weihnachtsferien sind mit dem Verfassen des Anzeigentextes für die Polizei und der chronologischen Schilderung der Ereignisse vom ersten Kontakt im August 2017 bis zum Jahresende 2018 ausgefüllt. Die Beweismittel (Hunderte Emails und sonstige digitale Kommunikation) kopiere ich auf externe Speichermedien und hinterlege sie bei ins Vertrauen gezogenen Freunden. Das ist also mein Weihnachten 2018.
Ich hätte mir für die Ferien eine angenehmere Freizeitgestaltung gewünscht, aber was will man machen. Für das Neujahrskonzert meiner Schüler muss ich nun - für den Fall, dass diese Stalkerin aufs Äußerste geht und mich selbst in der Öffentlichkeit noch provozieren will - auch noch einen Notfallplan erwägen, um sie des Hauses zu verweisen, falls sie dort auftauchen sollte.
Als ich einer langjährigen Freundin von meinen Sorgen erzähle, empfiehlt sie mir, ich könnte doch eine attraktive junge Frau mit zum Konzert nehmen, die sich dort als meine Geliebte
ausgibt und auf diese Weise signalisiert, ich sei halt vergeben... Wo ich so gerne "vergeben" bin? Einen ähnlichen Rat bekomme ich von einer weiteren guten Bekannten - und sogar noch von einem Musikfreund. Das ist alles so absurd, dass ich manchmal am gesunden Menschenverstand meiner besten Freunden zweifle. Als ob eine Konkurrentin für eine Stalkerin ein Grund wäre, von ihren dummen Begierden abzulassen. Nein, danke, liebe Freunde und Freundinnen! Aber mit solchen Spielchen wird die Chose nur noch verrückter, als sie eh schon ist.
Drei Kreuze
Das neue Jahr ist zwei Wochen alt und es ist noch rein und unbesudelt von erneuten Kontaktsversuchen der Stalkerin. Am Abend nach dem Konzert mache ich drei Kreuze. Denn ihr letzter Versuch liegt nun sogar schon fast drei Wochen zurück. Doch es naht der Jahrestag einer anderen großen Frechheit, die mir im Vorjahr widerfahren ist. Eine Reporterin der Sächsischen Zeitung hatte damals einen ganzseitigen Artikel über die Ukulele und mich "als Protagonisten" (so die Absichtserklärung in ihrem Anschreiben) publizieren wollen. Was dabei herauskam, war haarsträubend: neben einer Anhäufung der üblichen Klischees auch völlig falsche Informationen. Mit ihrem Artikel hatte sie sich ein journalistsiches Armutszeugnis ausgestellt, das seines gleichen sucht. Was ich besonders empörend fand, war, dass sie mich in ihrem Artikel als milde lächelnd beschrieb, wenn ich über Kinder reden würde, aber ansonsten "etwas kauzig" sei...
Exkurs: Ich hatte die Reporterin wie jeden meiner Gäste mit Tee bewirtet, ich habe ihr zum Abschied eine CD geschenkt, habe ihr nach ihrem Besuch per Email Zitate aus einem Buch zugeschickt, das sie bei mir entdeckt hatte, während der Fotograf an seinen Job machte. Sich für meine nachträgliche Zuarbeit zu bedanken hielt die Repoerterin nicht für nötig, verwendet hatte sie diese jedoch sehr wohl - und das im wörtlichsten Sinne von "Ver-Wenden", nämlich als sei sie die belesenste Frau von Welt, und ich, der ich mir das Buch bestellt und gerade erst erhalten hatte, der "Protagonist", von dem man noch nicht wisse, "ob er er seinen Weg gefunden" habe!!!
Nicht zu fassen, so was schreibt eine junge "Reporterin" über einen Mann, der mitten im Leben steht, sein eigener Chef ist und von seiner selbständigen Arbeit leben kann, weil seine Schjüler und deren Eltern über viele Jahre für seine Arbeit bezahlen! Dass ich nach diesem in jeder Hinsicht miserablen, ganzseitigen Artikel empört war, dürfte sich verstehen. Und genau auf diese Episode spielt nun die Stalkerin der Jahre 2017, 2018, 2019 mit Zitierversuchen an, indem sie zwei Tage nach meinen etwas voreilig gemachten drei Kreuzchen schreibt:

Nicht zu fassen! Die Stalkerin zitiert genau ein Jahr nach dem Erscheinen des Artikels die unverschämte Formulierung einer unglaublich arroganten "Reporterin", die sich erdreistet, entstellte Zitate zu nutzen, die sich noch nicht einmal bedanken kann, wenn man sie bewirtet, beschenkt und ihr zuarbeitet, die sogar die von mir zugeschickten Zitate aus einem Buch von Rüdiger Safranski noch ver-wendet und gegen mich dreht. Der Stalkerin dürfte kalr seinklar, dass sie mich mit solchen Erinnerungen provoziert. Und ich muss gestehen, das ist gelungen - ja, ich muss gestehen, dass dermaßen unverschämte Diffamierungen in mir auch die Frage erhitzen, was in solchen dummen Weibern vorgeht!
Ich verstehe nicht, warum Menschen, die ich willkommen geheißen und gastfreundlich bewirtet habe, zu so abgründiger Boshaftigkeit verleitet. Ich kenne Männer, die sind Rüpel, grob und ungebildet, falsch, neidisch, aggressiv. Aber eine derartige Art von Boshaftigkeit und Gehässigkeit habe ich bisher noch nicht erlebt. Dass ich solche Eigenschaften und dann auch noch in dieser geballten Form zweimal innerhalb eines Jahres bei Frauen kennenlernen muss, mit denen ich nichts als eine reine geschäftliche Angelegenheit zu tun hatte, schockiert mich zutiefst.
Wenn ich meine Gäste höflich und zuvorkommend behandle, wenn ich ein Abschiedsgeschenk überreiche und alles unternehme, damit sich meine Gäste wohlfühlen, dann erwarte ich, dass ich auf gleiche respektvolle Weise behandelt werde.
In den sechs Jahrzehnten, die ich zu diesem Zeitpunkt hinter mir habe, bin ich schon einigen Neidern begegnet - da hat man schon viel Missgunst erlebt Ich hatte in dieser Zeit mit hundert freundlichen Eltern zu tun, auch mit netten Journalisten von Presse und Rundfunk. Aber innerhalb eines Jahres mit den beiden unverschämtesten Weibern dieser Stadt zu tun zu bekommen, das hätte ich mir nie vorstellen können. Wo kommt das her? Woher kommt diese geballte Ladung Unverschämtheit?
Die Stalkerin hatte mich bereits nach meinem sachlich begründeten Rausschmiss vom 9. Dezemeber unflätig tituliert - als "ARSCH"! Immer wieder schickt sie die gleichen Forderungen, immer wieder das Hirngespinst von den angeblich vertauschten Ukulelen. Dieses schöne kleine, neu entdeckte Instrument namens Ukulele brachte in den letzten Jahrenso vielen Menschen auf der ganzen Welt Freude, indem sie sich selbst damit beschäftigen, indem sie es zu erlernen versuchen, oder indem sie einfach nur zuhören und sich an Melodien und Liedern erfreuen. Und nun bin ich an ein Ekel von einer alleinerziehenden Mutter geraten, mit ihren Unverschämtheiten und Unterstellungen unaufhörlich alles in den Dreck zieht. Am 7. Februar anno 2019 schlug sie erneut zu:

Sie bietet "einen Abschlusssss....." an - sie wolle ihn auch! Und hängt als Bedingung ihre schon zur Genüge gestellten Forderungen und dümmlichen Schmeicheleien an. Außerdem untertstellt sie, ich könnte "zahlungsunfähig" sein, "dann eben später..." Dabei hatte ich ihr erklärt, dass ich ihr nichts schulde, zumal sie sich ankeine ihrer eigenen Versprechen gehalten hat.
Wie dem auch sei: Schlimmer geht immer. Schließlich griff sie auch noch ganz tief in die Schleimoffensive, indem sie mir, dem "weißen Mann" - empfiehlt, meine "Intelligenz entsprechend den Weisheiten der alten Philosophen" zu gebrauchen - "zu nutzen". Tut diese chauvinistisch gefärbte Bemerkung irgendwas zur Sache? Oder glaubt sie, dass ich darauf abfahre, wenn mir eine Harfe zupfende Chemielehrerin sagt, dass ich ein "weißer Mann" sei? Oder meinte sie den "weisen Mann"? In dubio pro reo - im Zweifel für die abenteuerliche Orthographie, mit der sie mir 17 Monate lang meine Zeit zu stehlen versuchte und mit der sie es im öffentlichen Dienst dennoch zur Lehrerin an einer Dresdner Berufsschule gebracht hat. Dort verteilt sie Zensuren und Beurteilungen für Berufsschüler - Auszubildende, junge Menschen, die leider zur falschen Zeit am falschen Ort auf die dümmste Chemie-Lehrerin des Landes trafen.
Wie tief muss eine Frau gesunken sein, um solche abgründigen Phrasen ablassen zu müssen! Ja, "man sieht, wo das hinführt...." Sie bekommt keinen einzigen Satz mit Komma und Punkt zustande. Immer nur Phrasen mit vielen Auslassungspünktchen. In den folgenden Tagen erhalte ich auch ihre "
" Wer eine Therapie nötiger hätte, dürften die digitalen Hinterlassenschaften der Stalkerin hinlänglich belegen.
Nachwort
Drei Tage meiner Winterferien habe ich für das Aufschreiben dieser haarsträubenden Geschichte gebraucht, Belege waren zu sortieren, zu kopieren, einzufügen, Namen zu anonymisieren. Ich hätte gern was anderes unternommen, aber egal, das Wetter war eh nass und kalt. Vieles habe ich von vornherein ausgelassen, anderes nachträglich gekürzt, um es nicht zu lang zu machen. Beim wiederholten Lesen all der Emails und sonstigen digitalen Mitteilungen habe ich für mich gelernt, worauf ich in Zukunft achten muss, wenn mich alleinerziehende Mütter anrufen, die eigentlich keinen Ukulele-Unterricht, sondern einen Mann für sich und den Ersatzvater für ihre Kinder suchen.
Falls Sie, als alleinerziehende Mutter, beim Lesen bis an diese Stelle gekommen sind, wissen Sie jetzt, dass es sinnlos ist zu versuchen, mich zum Mitglied Ihrer Familie machen zu wollen.
Ergänzungen und Fußnoten:
Nach dem Schreiben dieser Geschichte suchte ich im Internet nach anderen Veröffentlichungen zum Thema. Dabei stieß ich als erstes auf einen ausführlichen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 1. Februar 2016 - das Datum liegt also zwei Jahr zurück und ist ein Hinweis darauf, dass das Thema eher unbeliebt ist. Die von mir zitierten statistischen Zahlen habe ich entsprechend dieser Quelle aktualisiert, obgleich ich, wie oben erwähnt, stark bezweifle, ob das Verhältnis der Realität entspricht. Und was ist schon eine Umfrage unter 697 Befragten, in einem Land von über 80 Millionen Einwohnern! Der kleine Unterschied in der Geschlechterdiffernzieung bei den Zahlen von Opfern und Tätern ist auch interessant...
Exkurs zum Anglizismus Stalking. Das Wort kommt aus dem englischen Jägerlatein und bedeutet so viel wie Pirsch - eine Methode, deren Erfolg darin besteht, sich heimlich, still und leise an das Ziel seiner Jagdbegierde heranzuschleichen - heranzupirschen. Der im deutschen Strafrecht (§ 283 StGB) verankerte Begriff "Nachstellung" trifft das Wesen dieser Art von beharrlicher Verfolgung kaum. Denn es geht beim Stalking um die Hinterhältigkeit. Das Cambridge Dictionary beschreibt "to stalk" wie folgt: "to follow an animal or person as closely as possible without being seen or heard, usually in order to catch or kill them - to illegally follow and watch someone over a period of time". Auch die Polizei verwendet die Methode, um Täter auf frischer Tat zu stellen, wie ein Beispiel aus gleicher Quelle belegt: "The police had been stalking the woman for a week before they arrested her".
Und weil das Wesen des Stalkings wie des Pirschens die List, die Tücke, der Hinterhalt ist, merkt der oder die Gestalkte meist erst spät, dass man bereits bei der ersten höflichen Reaktion in der Falle sitzt. Mit Höflichkeit und Einsichtsgesuchen, mit einer Anzeige gegenzusteuern ist, wie ich lernen musste, aussichtslos. Hinterher ist man immer klüger.
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Wenn Männer als Täter mit 85,5 %, Frauen als Opfer aber mit 87,2 % angeben werden, bedeutet das nach meiner Logik: Bei eimen kleinen, aber nicht zu übersehenden Überschuss von 1,7 % von Opfern sind nicht die Männer die Stalkenden! Wer dann? Ich kann mich irren, denn ich bin ein Mann, aber ich habe den Verdacht, diese 1,7 % könnten, wenn es keine Aliens sind, Frauen sein. Das können Lesben sein, aber ebenso gut eifersüchtige oder rachsüchtige Hetero-Zicken, die der neuen Bettgenossin des Ex nachstellen, um diese abzunerven, zu drangsalieren, aus dem Wege zu räumen - zu "bestrafen". Mit Sicherheit gibt es ebenso schwule Stalker, die also Männer stalken - über all das kann eine "Statistik", die sich auf die Auskünfte von 679 Befragten stützt, nicht viel aussagen.
Der SZ-Artikel beleuchtet durchaus einige generelle Aspekte des Problems, beispielsweise dass die permanente Belästigung für die Betroffenen auf die Dauer zermürbend ist, vor allem aber die Bewertung, dass die Gesellschaft - Polizei, Justiz, Politik - dieses Verbrechen als Kavaliersdelikte einstuft und die Betroffenen allein lässt. Die aufgezählten Folgen: Verzweiflung, gesundheitliche Beeinträchtigung, Verlust der Arbeitsfähigkeit und somit des Lebensunterhaltes. Im genannten Artikel wird eine Betroffene wie folgt zitiert: "Der Stalker hat das Potenzial, das soziale und berufliche Leben sowie die psychische Gesundheit des Opfers massiv zu beeinträchtigen."
Mary Scherpe, eine andere Betroffene, ging an die Öffentlichkeit, hat über ihre Erfahrungen ein Buch geschrieben: "Im Juni 2012 fing es an - ein Stalker wollte sich in mein Leben drängen. Über Monate erhielt ich täglich SMS, E-Mails, Kommentare auf meinem Blog, Postsendungen, Anrufe... Es gab zig Social-Media-Konten in meinem Namen, unzählige Versuche meinen Ruf, meine Arbeit und mein Leben zu zerstören. Zwei Anzeigen wurden eingestellt, Beratungsstellen wussten keinen Rat, Anwälte gaben den Fall auf. Niemand konnte mir helfen, ich war mit dem Problem allein." Sie richtete sogar eine Petition an den Bundestag: "Hunderttausende Männer und Frauen werden in Deutschland gestalkt, genaue Zahlen gibt es nicht. Und nicht nur ich hatte mit dem Versuch, die Nachstellungen zur Anzeige zu bringen, keinen Erfolg. Jährlich geht es zehntausenden Betroffenen so. Nur knapp 500 von jährlich ca. 25 000 Anzeigen führen zur gerichtlichen Verhandlung. Dieses Missverhältnis ist zu krass, um es zu ignorieren. So aussichtslos wie die juristische Situation von Stalking-Betroffenen derzeit ist, kann sie nicht bleiben." Seit dem Erfolg der Petition (2016) mahlen die Mühlen des Justizministeriums...

Abgesehen von den offenen Fragen des SZ-Artikels frage ich mich aber auch, weshalb der Titel so völlig daneben ist: "Wenn aus Liebe Terror wird"... Dieser völlig absurde Titel unterstellt von vornherein, dass es sich bei Stalking generell um ein Problem zwischen zwei Menschen handelt, die vorher "Partner" gewesen seien. Das mag, in 48,5 % der Fälle, soweit man der Statistik Glauben schenken kann, zutreffen - nur dann sind die übrigen 51,5 % Betroffen eben immer noch Leute, die auch ohne eine vorangegangene Beziehung belästigt wurden.
Als erstes müsste ein/e Journalist/in eigentlich erläutern, dass Stalking wahrlich nichts mit "Liebe" oder irgendeiner Form von Gegenseitigkeit zu tun hat! Stalking ist Egoismus, krankhafte Begierde vielleicht. Täter/innen wollen ihren Willen durchsetzen - der oder die Auserwählte soll verfügbar und kontrollierbar sein, rund um die Uhr. Stalker/innen sind keine Bittsteller/innen! Sie fordern - unnachgiebig und ungeniert! Stalker/innen können sich das Mäntelchen von Romantik anziehen, aber in ihrem Wesen sind sie Psychopath/innen - sie benutzen andere Menschen für ihre bescheuerten Egoismen. Das Recht jedes Menschen, sich seine Freunde selbst aussuchen zu wollen, kennen und akzeptieren sie nicht! Sie versuchen das Objekt ihrer Begierde in ihre Netzwerke aus "Bekannten" und Verwandten zu involvieren. Stalking ist Kontrollzwang - und jedenfalls alles andere als "Liebe".
Reaktionen auf meine Schilderungen:
Als Betroffene/r zieht man Freund/innen oder Kolleg/innen ins Vertrauen, bekommt teils Ratschläge. Eine Freundin riet mir allen Ernstes, ich könnte mir eine Geliebte engagieren, die mich in der Öffentlichkeit so innig umhätschelt, dass sonstige Interessentinnen ihre "Liebesmüh" aufgeben... Diese Empfehlung war kein Einzelfall, auch andere Freundinnen und auch ein Musikfreund hatte diese Idee im Repertoire. Mitt anderen Worten: Eine Dame des Eskortier-Gewerbes anheuern, um aufdringliche Stalkerinnen abzuwimmeln?
Mit dieser Absurdität kann nur der erwähnte Frauenhaus-Vorschlag der Polizei mithalten. Eine andere Freundin empfahl mir, ich solle doch mal in ein "Kuschelseminar" gehen! - Wozu? Um noch mehr gestörte Frauen auf mich aufmerksam zu machen? Wenn jemand, der von alleinerziehenden Müttern zwischen 30 und 60 belästigt wird, gerade auf irgendwas ganz und gar keinen Bock hat, dann ist das gewiss ein "Kuschelseminar"!
Was wusste ich vor dem Herbst 2017 über Stalking? Das ist etwas, das Frauen betrifft, glaubte ich bis dahin. Und so sehen das wahrscheinlich die meisten Ahnungslosen. Daher werden Betroffene, sobald sie sich dazu äußern, auch belächelt. Spätestens wenn Stalker/innen ankündigen, etwas bei Nachbarn abgeben zu wollen, ist man gezwungen, die Nachbarn einzuweihen - das heißt, sie zu bitten, nichts anzunehmen, nicht auf Erläuterungen der Stalker/innen hereinzufallen, die dann eine Beziehung vorgaukeln und den Betroffenen damit diffamieren. Die Mutmaßung, irgendwas werden die beiden schon gehabt haben, steht dann im Hausflur, im Hof, auf der Straße. Wer's nicht glaubt, dem bleibt nichts als die Bekanntschaft "alleinerziehender Muttis" selbst zu machen...
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