An einem warmen Spätsommerabend sitze ich mit einem meiner Nachbarn im Hof - bei einer Flasche Wein. Eine gemeinsame Bekannte kommt später dazu - die Mutter dreier Kinder, denen ich vor etlichen Jahren Uke-Stunden gab. Eine unbeschwerte Zeit, in der ich meinen Schülern bei Stadtteilfesten, bei meinem Kinderfest am 1. Mai und zu weihnachtlichen Anlässen Auftrittsmöglichkeiten bieten konnte. Seit dem waren wir befreundet, saßen in dieser und jener geselligen Runde beinander - nicht mehr und nicht weniger. Aufgrund ihres freundlichen, hilfsbereiten Wesens vertraute ich ihr vor einigen Jahren meinen Wohnungsschlüssel und ein Testament an, in dem ich sie großzügig begünstigte.
An jenem Sommerabend, anno 2024, änderte sich einiges. Gleich bei ihrem Eintreffen erwähnte sie, dass sie gerade noch „55 Euro verdient“ habe, indem sie was bei Ebay-Kleinanzeigen verscherbeln konnte. Ich gratulierte ihr dazu und fragte nach, um was es sich dabei gehandelt habe. Ihre Antwort: „Kabel“. - Meiner Nachfrage, was für eine Art Kabel so wertvoll sei, dass man es zu einen derartigen Betrag verhökern könne, folgte die Antwort: „Baukabel, 100 Meter“. Letzte Nachfrage: Und wie bist du zu diesen 100 Meter Baukabel gekommen? „Das lag schon lange auf einer Baustelle rum, hat niemand mehr gebraucht.“ Mein Fazit: Also hast du es… Ich versuche ein milderes Wort als „geklaut“ zu finden. Mein Nachbar kommt mir zur Hilfe und ergänzt: „Weggefunden“.
Nun ja, geklaut wird in dieser Welt überall und jederzeit: Sei’s der versehentlich eingesteckte Kugelschreiber oder das Feuerzeug. Wenn globalen Lieferketten mal ins Stocken geraten sogar: Klopapier-Rollen. Autos, Fahrräder, Zubehör. Und wo findet man das dann evtl. wieder? Als Gebrauchtware in den Ebay-Kleinanzeigen - mitunter zu weniger als einem 10tel des Neupreises! Was den Baukabel-Klau besonders brisant machte, ist die Tatsache, dass die Diebin zwei Monate zuvor in gleicher Runde einen an sich unnötigen Vortrag zum Thema Eigentum gehalten hatte. Da lag die Frage nahe, wie das zusammenpasst. Das sei „was ganz anderes“, erwidert sie. - Anders als was?
Rückblende: Auslöser jener in gleicher Runde gehaltenen Moralpredigt über Eigentum war ursprünglich lediglich eine Anmerkung meinerseits - und zwar zum recht begrenzten Haltbarkeitsdatum von Nachbarschaftshilfe in Ausnahmesituation wie jenem verheerenden Elbe-Hochwasser des Sommers 2002, als der Zugang zur Straße vom Grundstück meiner Wohnung etwa zwei Wochen lang unpassierbar blieb. Nur über ein höher gelegenes benachbartes Grundstück konnte ich den Hof damals verlassen. Da begegnete man anderen Betroffenen des Hochwassers - in Gummistiefeln. Man half sich gegenseitig, wurde auf eine Flasche Bier eingeladen, lernte sich flüchtig kennen und war schnell beim Du. „Misery loves Company…“ schrieb mir ein amerikanischer Musikfreund, der am Mississippi wohnte und den temporären Charakter nachbarschaftlicher Unterstützung bei Überschwemmungen aus eigener Erfahrung kannte. Und genau so kam es damals auch hier. Einige Tage nach den bierseligen Begegnungen jener Sommertage anno 2002 galt die Grundstücksgrenze wieder mehr als die nachbarschaftliche Solidarität.
Grundstücke seien halt Eigentum des Eigentümers, argumentierte unser Gast damals. Wer wollte da widersprechen? Niemand. Allerdings wusste ich, dass die unnötige Empörung unseres über die Jahre zur Moral-Apostolin avancierten Gastes in eigenen, sagen wir mal, gelegentlichen Fehlgriffen wurzelte. Als Gentleman bewahrte ich darüber Schweigen. Dennoch erhielt ich noch in der Nacht einen Chat nachgereicht.
| "Meine ist meine und deine ist deine", erläutert mir also eine Frau, die über ihre eigenen Finger schon lange keine Kontrolle mehr hat - und diese Kontrolle zunehmend auch über ihr Mundwerk verliert. |
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Exkurs: Gelegentliche Abstecher in die Gefilde der Kleptomanie haben pathologische Ursachen, die man nachsichtig betrachten möchte, wenn man sie plötzlich auch bei alten Bekannten bemerkt. Die Wikipedia erklärt: „Nur etwa 5 % aller Ladendiebstähle werden durch Kleptomanie verursacht. 3/4 der Täter sind weiblichen Geschlechts. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen liegt der Beginn vor dem 20. Lebensjahr.“ So weit so gut - oder eher nicht gut.
Eine 100-Meter-Kabelrolle zu entwenden und dann bei Ebay-Kleinanzeigen zu verhökern ist freilich eine andere Hausnummer als eine „Impulskontrollstörung“, so der Fachbegriff fürs quasi „versehentliche“ Stehlen. In diesem Fall ist die Schwelle zur Kleinkriminalität klar überschritten. In der Abteilung der kleinkriminellen Diebstähle tummeln sich deutlich mehr Langfinger herum. Konkrete Statistiken für diese sogenannten „Bagatelldelikte“ gibt es nicht - kleine Diebereien sind alltäglich und es wird ihnen hierzulande sozial wie strafrechtlich kaum Bedeutung beigemessen.
Was die Angelegenheit mit der Kabeldiebin drastischer machte, ist eben der genannte Umstand, dass sie uns (als Gastgebern in unserem Hof) nur zwei Monate zuvor und an gleicher Stelle - eine völlig unnötige Moralpredigt über Eigentum hielt, die sie in der folgenden Nacht noch mit einem garstig verfassten Chat an mich nachlegte, um zu versichern, wie ernst sie es damit meine…
Da kann man ihr nur zustimmen. Aber weshalb legt nun ausgerechnet eine von der Kleptomanie zur Kleinkriminalität aversierte Frau so viel Wert auf moralische Belehrungen, die sie selbst nicht einhält? Wenn man mit der - in typischen Proktierungsmustern verlaufenden - Unverschämtheit psychisch labiler Leute bereits mehrfach Bekanntschaft machen musste, erschließt sich der Zusammenhang.
Impulskontrollstörungen wie Kleptomanie sind nicht gleich ein Grund, die Freundschaft zu kündigen. Manche Leute haben ja durchaus noch Verstand genug, aus ihren Fehlern zu lernen. Als Gastgeber der geselligen kleinen Abendrunde im Spätsommer 2024 schlugen wir der Kabel-Wegfinderin freundlich vor, erstmal das Thema zu wechseln. Zumal wir uns nicht den Rest des Abends damit verderben wollten, abstruse Rechtfertigungsversuche zu hören bekommen.
Doch der getroffene Hund bellt, sagt das Sprichwort. Die Kabel-Diebin versuchte unentwegt, sich ihren Frefel so zurecht zu fabulieren, dass ihr einmal mehr in Schieflage geratenes Gewissen wieder ins Gleichgewicht komme. Wie bei Leuten im reiferen Alter häufiger ausgeprägt, hatte sich auch in ihrem Fall zwar der Hang zur Moralpredigt weiterentwickelt, aber nicht das Bedürfnis, sich an die eigenen Worte zu halten.
In den folgenden Tagen jenes Spätsommers anno 2024 habe ich lange nachgedacht und abgewogen, wie ich mit der Tatsache umgehe, dass eine einst freundliche, hilfsbereite Frau, der ich meinen Wohnungsschlüssel anvertraut hatte, weder Kontrolle über ihre Finger noch über ihr Mundwerk hat… Schließlich reifte in mir der Entschluss, meinen Wohnungsschlüssel zurück zu fordern und die fast 20-jährige Freundschaft aufzugeben.
| Doch zunächst hatte ich einiges Wichtigeres zu erledigen. Daher ließ ich mir Zeit - offenbar zu lange, um eine von letzten Skrupeln geplagte Diebesseele nicht zur Konstruktion weiterer Projektionen zu reizen. Meine höflich und wohlgemeint formulierten Antworten (weißer Text auf blauem Grund) bewirkten leider keine Einsicht. |
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| Auch die weiteren Chats, die in der Folge bei mir einflogen, habe ich damals trotz ihres rüden Tonfalls höflich und mit Nachsicht beantwortet. Meine freundliche Anmerkung, dass ich trotz allem die besseren Zeiten, in der sie eine hilfsbereite Frau war, nicht vergessen werde, blieb wirkungslos. |
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Somit blieb mir im damal nichts anderes, als per Email eine ausführliche Begründung für meine beschlossenen Konsequenzen zu schreiben. Am nächsten Tag lag mein Wohnungsschlüssel in meinem Briefkasten, eingewickelt in das zerknüllte, sie begünstigende Testament und mit der darauf gekritzelten Aufschrift „PAX VOBIS“ versehen, zu deutsch: Friede sei mit euch. Wo immer sie diesen lateinischen Klassiker aufgeschnappt hat, das zerknüllte Papier sprach seine eigene Sprache.
Die gern zitierte Rache einer Frau, manchmal lässt sie tatsächlich nicht lange auf sich warten. Einige Monate später begegnete mir in einem großen Supermarkt ihr inzwischen jugendlicher Sohn. Als ich ihm eine Grußgeste zuwinken will, wendet er seinen Blick zur Seite - zu einem Kumpel. Vielleicht hat er mich nicht gesehen. Doch ich begegne ihm in dem großen REWE-Markt noch zweimal und das Weggucken wiederholt sich. Kein Zweifel: Der Sohn der Kabeldiebin (der sich, nebenbei bemerkt, selbst auch schon ein Weilchen in den Spuren seiner strauchelnden Mutter versucht hatte) wollte mich nicht sehen. Warum? Er hat ja mit der Angelegenheit nichts zu tun. Meine Frage an mich selbst mochte berechtigt sein - und sie war naiv zugleich.
Offensichtlich hatte die Kabel-Diebin mich in der Zwischenzeit sogar bei ihrem Sohn in einer Weise diffamiert, die er in seinem noch jungen Alter für glaubwürdig hielt. Auch eine enge Freundin der Diebin begegnet mir beim Einkauf in einem Supermarkt mit geringschätziger Abweisung. Und noch eine - und noch eine! Nach alledem ist es naheliegend, dass die Diebin ihre auf Rufmord hinauslaufende Erzählungen auch bei Besuchen ihrer beiden längst erwachsenen (in eine andere Stadt geogenen) Töchter verbreitet hat, die als Kinder für einige Jahre meine Ukulele-Schülerinnen waren. Irgendwann werde ich auch ihnen einmal wieder begegnen und darf gepannt sein, ob sie die Lügen ihrer Mutter ebenso glauben.
Während ich trotz allem Gentleman genug blieb, über den Frefel jener mit den Jahren griesgrämig gewordenen Frau Schweigen zu bewahren, zog sie es also vor, mich überall, wo man mich kannte, zu verleumden. Was mag sie den Leuten vorgelogen haben, dass sie so abweisend reagieren? Vielleicht hat sie mir sogar ihren Kabel-Diebstahl angedichtet. Doch das hätte sich früher oder später auch bis zum einstigen Kabel-Eigentümer (den ich flüchtig kenne) herumgetratscht und der hätte mich dann zur Rede stellen können - und dabei die Wahrheit erfahren.
Ich gehe also eher davon aus, dass es eine der üblichen Diffamierungen war, die sie einst so oft in meiner Anwesenheit über Bekannte verbreitet oder weiterverbreitet hat. So lange es nur Tratsch darüber war, wer es mit wem getrieben habe, konnte ich Erzählungen schmunzelnd ignorieren - ich kannte die meisten Leute ihres Dunstkreises eh nur flüchtig.
Vernünftiger Weise ist die Kabel-Diebin nach dem Eklat vom September 2024 meinem abschließenden Rat gefolgt, sich künftig aus meinem persönlichen Umfeld fernzuhalten. Erst eineinhalb Jahre später, am 19. Mai anno 2026, sehe ich sie zufällig am Zaun der „fremden Baustelle“ (wo das Baukabel so lange nutzlos herumgelegen habe) Unkraut jäten. Die Gelegenheit, sie zur Rede zu stellen, ließ ich mir nicht nehmen. Dabei erklärte ich ihr nicht mehr und nicht weniger als dass mir nicht entgangen sei, wie ihre Bekannten (und sogar ihr eigener Sohn), die mir gegenüber zuvor immer freundlich auftraten, sich plötzlich benehmen und dass ich das nur auf ihre Diffamierungen gegen mich zurückführen könne. Als ich in ihr grimmiges Gesicht sah, wurde mir klar, dass ich nicht mehr als eine pampige Bemerkung bekomme würde. Und so kam denn auch: Sie wisse nicht, was ich meine…
Was hatte ich auch anderes zu erwarten. Dennoch war es den Versuch wert. Irgendwie glaube ich noch immer, dass Menschen sich auch nach finsteren Abwegen wieder dem Licht zuwenden können, es bisweilen gar schaffen, um Entschuldigung zu bitten. In anderen Situationen habe ich das sogar in der ersten Hälfte dieses Jahres tatsächlich erlebt. Doch hier konnte ich es nur beim Versuch bewenden lassen - und dann meines Weges gehen.
Damit ist die Geschichte leider noch nicht am Ende. Vier Tage später, just am Pfingstsamstag, finde ich ein Briefchen in meinem Postkasten, nicht per Post zugestellt, sondern persönlich eingeworfen: Keine persönliche Anrede, dafür gleich vom ersten Satz an mit herablassenden Bemerkungen garnierte pseudopsychologische Ausschweifungen über mich. Ich überfliege den Text und lese am Ende den Namen der Kabel-Diebin. In diesem ihrem Pfingstbriefchen, in dem ihr die „Ausgießung des Heiligen Geistes", die das Wesen des Pfingstfestes bestimmt, ist ihr damit nicht so ganz gelungen. Darin versuchte sie mir zu erklären, meine Behauptung, sie würde mich diffamieren sei "unbegründet wie
bezeichnend. Sie offenbart deutlich deine Fähigkeit, jede Irritation deiner
Außenwelt reflexhaft als Angriff umzudeuten, statt in Betracht zu ziehen, dass
Resonanz gelegentlich schlicht die Konsequenz des eigenen Verhaltens und
Wirkens ist."
Ihre pseudopsycholigsche Argumentation hinkt freilich schon deshalb, weil die Begegnungen mit ihren Bekannten bis zum Zeitpukt ihrer Verleumdungskampagne freundlich und zudem sehr selten und flüchtig waren - und sich erst nach meinem Abschied so auffällig unterschieden. Die in ihrem Pfingstbriefchen zu meiner Schmähung bemühte Ansammlung von Begriffen trifft voll und ganz zu - allerdings eben nur als Bestandsaufnahme ihres eigenen Gemütszustandes.
Wie es im Laufe der Jahre, insbesondere seit den Zeiten der Corona-Lockdowns, zu einer derartigen Verwandlung von einer freundlichen in eine griesgrämige, sich über jeden und alles echauffierenden Frau kommen konnte, kann ich nur erahnen. Ich weiß, dass sich in herkömmlichen, aber besonders auch in digitalen Netzwerken, sehr toxische Blasen entwickelt haben, wo sich Narrative gegenseitig hochschaukeln und auf diese Weise radikalisieren.
Die in ihrem Pfingstbriefchen auf mich gemünzte Wahrnehmung „enthemmter Respektlosigkeit - meist vorgetragen mit jener unangenehmen Überzeugtheit, die Menschen entwickeln, wenn Arroganz, Alkohol und Substanzen einander gegenseitig verstärken.“ erweist sich als treffende Selbstanalyse ihres seit Jahren entglittenen Lebenswandels, bei dem sie nach nächtlichen Exzessen mit ihren Freundinnen so oft über heftige Kopfschmerzen klagte, aber nie einen Zusammenhang mit den Ursachen erkennen wollte.
Bemerkenswert in ihrem Pfingsbriefchen ist auch die offensichtliche Furcht vor der "Archivierung" ihrer in Chats hinterlassenen Schmähtiraden, die ich nutzen könnte, "um sie irgendwann strategisch gegen ehemalige Freunde oder Vertraute instrumentalisieren zu können"? Wem die eigenen Hinterlassenschaften im Nachhein peinlich sind und wer sich dann vor "strategischer Instrumentalsierung" fürchtet, könnte sich freilich einmal fragen, wie unklug es war, solche Verunglimpfungen überhaupt erst in den digitalen Äther zu chatten.
Ihren letzten Absatz beschließt sie mit dem etwas holprigen formulierten Wunsch, das Leben sei „zu kostbar, um es mit Bitterkeit, destruktiven Dynamiken zu vergeuden und sollte von schönen guten Dingen geprägt sein, die mir meine innere Ruhe ermöglichen.“ (Interpunktion wie im Original) - Würde die Kabel-Diebin den Rat, den sie mir zu erteilen für nötig erachtet, um ihr „innere Ruhe zu ermöglichen“ selbst befolgen, statt mich zu verteufeln, könnte es der erste Schritt sein, zurück zu innerem Frieden zu finden. Doch dazu müsste sie sich vor allem erstmal selbst ehrlich machen. Und danach sieht es aktuell allerdings gar nicht aus.
Die Kabeldiebin beschließt ihr Pfingstbriefchen mit dem Satz, dies sei nun „die letzte Form der Aufmerksamkeit“, die ich von ihr erhielte. Dass ich auf derartig geschwollene "Formen der Aufmerksamkeit" gern verzichten könnte, aber dennoch meine Zweifel hege, ob sie künftig tatsächlich ausbleiben, dürfte verständlich sein. Deshalb versichere ich an dieser Stelle, dass ich sämtliche dieser "Aufmerksamkeiten", die ersten wie die letzten, an einem Ort verwahrt habe, wo die Staatsanwaltschaft Zugang findet, sollte sich die griesgrämig gewordene Verfasserin des Pfingstbriefchens weiter in ihre Wutanfälle hineinsteigern und mittels ihrer Verunglimpfungen leichtgläubige Bekannte gegen mich aufhetzen.
Resümee:
Wir leben in einer Zeit, in der die Hybris wieder höchste Konjunktur hat und sich längst auf den Zeitgeist der zahlreichen Mitläufer abgefärbt hat. Dass sich ausgerechnet im Strom der allgegenwärtigen sprachlichen Entgleisungen und Beleidigungsversuche mitschwimmende Zeitgenossinnen mit Moralpredigten zum Thema Eigentum schmücken, aber dann an Dingen, die ihnen nicht gehören, vergreifen, ist nichts Neues. Gesunder Menschenverstand, Einsicht, Reue oder Demut waren auch davor keine Mainstream-Phänomene. Heutzutage aber sind die sozialen Verwerfungen dank „social media“ auf einem Niveau gelandet, bei dem es angeraten ist, größere Ansammlungen von Menschen zu meiden, wo immer es möglich ist. Das Recht, mich gegen Verunglimpfung und Rufmord zu wehren, lasse ich mir deshalb nicht nehmen.
Und auch das sei versichert: Für die „schönen guten Dinge“, die schon immer mein Lebensinhalt waren, habe und nehme ich mir - trotz allem - die Zeit, die sie brauchen und verdienen.
Sonstige Memoiren